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Geschichte der Juden.
die Einnahmen von ihren Sprengeln verpachteten, und die Pächterin den Kirchen selbst die Verkeilung vornähmen. Sie drangendarauf, jene Bestimmung wieder streng zu befolgen und für dieIlebertretung hohe Strafen zu verfügen H. Welchen Bescheid DonHeinrich darauf ertheilte, ist nicht bekannt geworden, aber gewißkeinen solchen, wie die Cortes ihn erwartet hatten. Die Finanzendieses Königs, der bei seiner Freigebigkeit und zur Dämpfung derunaufhörlichen Aufstände viel Geld brauchte, hätten einen sehrtraurigen Stand gehabt, wenn er sie christlichen Pächtern anvertrauthätte. Denn diese verlangten sie um einen niedrigen Pachtschillingoder hätten sich hinter die aufrührerischen Parteien stecken können,um ihrer Verpflichtungen ganz und gar los zu sein. Ein König,
welcher zu seinem Schatzmeister sagte: „Gieb den Einen, damit siemir dienen, und den Andern, damit sie nicht rauben, dazu bin ichKönig und habe Schätze und Einkünfte für Alles" 2 ), ein solcherKönig konnte jüdische Finanzmänner nicht entbehren. Es bestanddaher in Castilien ein Zwiespalt zwischen den Gesetzen gegen dieJuden und dem Staatsinteresse, und dieser Zwiespalt reizte die Be-völkerung, welche von kirchlichem Fanatismus und habsüchtigem Neidin gleicher Weise gegen ihre jüdischen Mitbürger eingenommen war,immer mehr zu leidenschaftlichen Wuthausbrüchen.
Die Verheirathung der Infantin Jsabella mit dem aragonischenJnfanten Don Fernando (19. Oktober 1469) bildet einen tragischenWendepunkt für die Geschicke der spanischen Juden. Hinter demRücken ihres königlichen Bruders und mit offenem Wortbruche —nachdem sie feierlich versprochen hatte, sich nur mit der Einwilligungihres Bruders zu verheirathen — hatte sie dem aragonischen Prinzendie Hand gereicht, der in der jüdischen Geschichte und auch in derspanischen, unter dem Namen „der Katholische", ein fluchwürdigesAndenken hinterlassen hat.
Merkwürdig genug ist diese Ehe von einem klugen jüdischenRathgeber, dessen Stimme bei einigen Granden großes Gewicht hatte,befördert worden. Es war Don Abraham Senior, der spätereine hervorragende Stellung einnahm. In Folge seines Rathes undEifers erhielt er bei den Freunden der Infantin Jsabella, welche vonden Prinzen von Portugal, Frankreich und England umworben wurde,Fernando von Aragonien den Vorzug, obwohl der König und mehrereweltliche und geistliche Fürsten gegen die Verbindung mit ihm am meisteneingenommen waren. Abraham Senior soll aber im Interesse seiner
Petition bei Lindo a. a. O. x. 239.
-) l-atueuts, distoi'ia Asosrai äs blspuna IX. p. 38.