Gemetzel der Marranen in Toledo.
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von Fuensalide war. Parteifehden waren damals bei dem bis zurOhnmacht gesunkenen Königthum an der Tagesordnung. Die Neu-christen wurden von der Partei de Silva patronisirt und selbstver-ständlich von der Gegenpartei gehaßt. Bei einer Veranlassung (1467),als das Kapitel von Toledo zur Pracht gewisser Renten auch jüdischeBewerber zuließ, dagegen der Groß-Alkalde Alvar Gomez sie ausder Stadt jagen ließ, wodurch das Kapitel sich verletzt fühlte, kames zum Kampfe. Unter Anführung dieses Alkalden und des an-gesehensten der Neuchristen Fernando de la Torre drang einegroße Menge derselben in die dem Kapitel angehörende Kathedrale,rief „Tod, Tod den Kirchenschändern!" schlug den Kirchenpförtner,der ihr Eindringen hindern wollte, an einem Altäre nieder, läutetedie Glocken zum Sturme und bemächtigte sich unter dem Beiständeder de Silva der Brucken und Pforten der Stadt. Die Gegenparteirief dagegen die Bevölkerung der Vorstadt zur Gegenwehr, und dieselegte Feuer an die Häuser der Neuchristen an, das sich im heißenSommer mit solcher Schnelligkeit verbreitete, daß an demselben Tagesechzehnhundert Gebäude, von mehr als viertausend Neuchristenbewohnt, eingeäschert wurden. Dadurch erschreckt und entmuthigt mußtendie Partei de Silva und die Marranen den Kampf aufgeben. De laTorre und sein Bruder, in die Hände des Siegers gerathen, wurdenan den Galgen gehängt, und mehr als hundert und dreißig Neuchristenkamen in dem Tumult ums Leben. Der Rest derselben suchte dieBerge als Zuflucht auf, weil sie in der bewohnten Umgegend ihresLebens nicht sicher waren H.
Kaum war die Partei des Don Alfonso durch den Tod desPuppenkönigs (1468) aufgelöst, so bildete sich gleich wieder eineandere, die zum Vorwände nahm, die Rechte der Infantin Jsabella,Schwester Don Heinrich's, vertheidigen zu wollen. Die grenzenloseSchwäche, welche der König den Rebellen gegenüber zeigte, ermuthigtesie zu den unverschämtesten Angriffen auf seine Rechte. Die zuOcana versammelten Cortes (1469), welche ihn demüthigen wollten,beschäftigten sich auch mit den Juden, erinnerten den König an dieGesetze seiner Ahnen, daß jene weder Juden, noch Mohammedaner zuirgend einem Posten zuließen, „und jene Könige hatten auch gutenGrund zu diesem Gesetze". Die Cortes sagten ferner dem Königeins Gesicht, daß er jene Gesetze verletzt, die Hauptämter für dieköniglichen Einnahmen Juden anvertraut habe, daß durch dieses vonoben gegebene Beispiel auch Kirchenfürsten an Juden und Modejaren
) ^linaäor das. III. 147 f.