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Geschichte der Juden.
Diese Glaubenswuth war verkörpert in dem General des Fran-ciskaner-Ordens Alfonso de EspinaH, zugleich Rektor der UniversitätSalamanka und Beichtvater des Königs. Er war ein Ordens- undGesinnungsgenosse Capistrano's, welche Beide die giftige Zunge undgiftige Feder zum Hasse in Bewegung setzten. De Espina genoß einegewisse Berühmtheit wegen des zufälligen Umstandes, daß er alsBeichtvater den Staatsmann Alvaro de Luna, den mächtigen MinisterJuan's II., zum Richtplatz begleitet hatte. Seit dessen Tode donnerteer von der Kanzel gegen die Juden und ihre Gönner. Da seine Predigtenihm nicht genug zu wirken schienen, so verfaßte er ein giftgeschwelltesWerk in lateinischer Sprache gegen Ketzer, Juden und Mohammedanerunter dem Titel „Glaubensfestung" (I?ortgIItiriM üäsi, verfaßt um1460). Alles, was nur irgend ein Judenfeind Feindseliges geschriebenoder erzählt hatte, stoppelte er darin zusammen, tischte die lächerlichstenMärchen auf und machte Alles so drastisch als möglich. Ketzer undMohammedaner sollten natürlich, nach seiner Ansicht, mit Stumpf undStiel vertilgt werden. Gegen die Juden wollte er scheinbar glimpf-liches Verfahren angewendet wissen: Man sollte ihnen nur die jungenKinder entreißen und sie christlich erziehen, ein Vorschlag, den er demScholastiker Duns Scotus und seinem Ordensgenossen Capistrano ent-lehnte. Alfonso de Espina bedauerte am meisten, daß die Gesetze zurDemüthigung der Juden aus der Jugendzeit Juan's II. unter dessenNachfolgern nicht mehr in Kraft waren. Er tadelte mit den spitzigstenWorten den König, die Großen und die Geistlichen dafür, daß sie dieJuden begünstigten. Um das Volk aufzuwiegeln, frischte er dieMärchen von Kindermord und Hostienschändung in breiter Erzählungauf und stichelte, daß solche Schandthaten durch die Parteilichkeit desKönigs ungeahndet blieben.
Besonders verderblich war für die Juden der Bürgerkrieg, welchendie Jntriguanten des Hofes, der Minister Don Pacheco an der Spitze,entzündeten. In Avila hatten sie Don Heinrich auf eine burleskeWeise entthront und dafür seinen jüngeren Bruder Alfonso zum Königausgcrufen. Alfonso's Parteigänger, ebenso judenfeindlich wie ge-
*) Wolf hat unwiderleglich nachgcwicsen, daß Alfonso de Espina keines-wegs ein getaufter Jude, sondern ein geborener in der jüdischen Literaturhorrend unwissender Christ war (Lidliotüses, äuäaisa II. p. 112). Nichtsdesto-weniger machen ihn jüdische und christliche unkritische Bibliographen nochimmer zum gelehrten Rabbiner, in neuester Zeit auch I^alusnts distoriaAk-iwral äs Lspaüa IX. p. 96. Wolfs unwiderlegliche Beweisführung ist,daß de Espina von den Täuflingen Alphonsus und de Santa Fä sagt: Isstioäs sorumAsusrssinAularis. Folglich stammte er nicht aus dem jüdischenGeschlecht.