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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Das Kunststück, einer älteren, ehrwürdigen Autorität mystischeLehren in den Mund zu legen, wendete auch ein getaufter Jude,Paulus de Heredia^), in Aragonien an, um das Christenthumzu verherrlichen. Er mißbrauchte ebenfalls die Namen des MischnaitenNechunja Ben-Hakana, dessen angeblichen Sohnes Hakana und desIehuda Hanaßi zu Mystificationen. Paulus de Heredia (geb. um1405, Greis um 1485) hatte in der Jugend als Jude mit christlichenTheologen disputirt und das Judenthum in Schutz genommen; nichts-destoweniger ging er später zum Christenthum über und griff seineehemaligen Glaubensgenossen in einer SchriftPaulus' Schwert"(Lnsis ?auli) an. Um den Juden oder den Christen weis zu machen,daß die talmudischen Weisen die christlichen Geheimnisse anerkannthätten, verfaßte er ein mystisches WerkBrief der Geheim-nisse" (lAZsrst lls-8oäot), legte es Nechunja und seinem SohneHakana bei und gab vor, es blos aufgefunden und ins Lateinischeübersetzt zu haben. De Heredia war aber so unwissend in der tal-mudischen Literatur, daß er Nechunja Mittheilungen aus einer Schriftdes später lebenden Jehuda Hanaßi machen läßt. In dieser

Schrift (Offenbarung der Geheimnisse dslis Rsrs) beantwortet angeblichder Mischnah-Sammler mystische Fragen, welche sein 'kaiserlicher FreundAntoninus an ihn gerichtet haben soll, im christlichen Sinne. Er erkenntdie christliche Dreieinigkeit, die jungfräuliche Geburt Jesu und dessenMessianität an, giebt zu, daß das jüdische Gesetz durch Christus' Er-scheinen aufgehoben sei und deutet die geheimnisvollen Gottesnamenchvon vier und zweiundvierzig Buchstaben) auf Jesus. NachdemNechunja die Fragen und Antworten seinem Sohne mitgetheilt, ermahnt'er diesen, Jesus als den wahren Messias anzuerkennen, und Hakanalegt zuletzt ein christkatholisches Glaubensbekenntniß ab. Paulus deHeredia verrieth sich aber dadurch als ungeschickter Fälscher. Wervon den Juden konnte den Worten Glauben schenken, die er Hakanasprechen läßt:Ich bin einer von denen, die an Christus glauben undhabe mich der heiligen Taufe geweiht"? Ob seine Schriften gegenden Talmud (äs LlMsriis üäsi) und über die unbefleckte Empfängnis;

l) Was Gesncr und Antonio über Paulus de Heredia berichten, thcilcnWolf 1., 111-, IV. 8. v. und Rodriguez de Castro Libliotdsas I. p. 863 ff.mit. Sein Alter folgt daraus, daß er bereits als Greis seine Schrift OoronsreZis dem Papst Jnnoccnz gewidmet hat (14841492). Die Schrift 8 asa-us, s tilii Ksninise (l. dlsnnise) eoAnitionsrn Asnsrstionis Oliristlspi 8 tolss und spistols 8 ssrstornm (unw.-, -!so) scheint de Heredia vor dererwähnten verfaßt (oder übersetzt?) zu haben. Der Schluß dieser Schrift lautet:8^0 Ilsecsns snin nnns sx illi 8 gut ersännt in sncn (Obristnin), msgussguis ssnetissiinü sdlni.