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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

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sittlichung bewahrt, was bei den Plackereien, welche die Juden inDeutschland und den Nebenländern zu erdulden hatten, nicht hoch genugangeschlagen werden kann.

Gegenüber der kläglichen Lage der Juden in Deutschland, derenEnde gar nicht abzusehen war, mußten sich diejenigen, welche in demneuen türkischen Reiche wohnten, wie in einem Paradiese Vorkommen.Jüdische Auswanderer aus Deutschland, welche den täglichen Plackereienentkommen waren, geriethen in förmliche Entzückung über die günstigeStellung der türkischen Juden. Sie hatten nicht den güldenen Pfennigund nicht Kronengelder, den dritten Theil des Vermögens zu zahlenund waren so ziemlich abgabenfrei. Handel und Wandel war ihnenunverwehrt. Sie durften über ihr Eigenthum verfügen, hatten freieBewegung im ganzen Reiche, durften sich nach Belieben kleiden undin Gold und Seide einhergehen. Das ergiebige Land, welches denfaulen griechischen Christen entrissen war, bot ihrer Geschäftigkeit reicheErwerbsquellen. Die Türkei war ein Land, wie ein begeisterter Judees schildert,in dem Nichts, gar Nichts fehlt." Zwei junge jüdischeMänner, Kal mann und David, welche nach der Türkei gekommenwaren, bemerkten, daß wenn die deutschen Juden nur den zehntenTheil dessen wüßten, was sie da finden würden, so würden sie, allemUngemache trotzend, massenhaft dahin auswandern. Diese beidenforderten daher einen Mann auf, welcher in früherer Zeit nach derTürkei übergesiedelt, und dessen Namen Isaak Zarfati inDeutschland nicht unbekannt war, ein Rundschreiben an die Judenvon Schwaben, der Rheingegend, Steiermark, Mähren und Ungarnzu erlassen, ihnen die günstige Lage der Juden unter dem Halbmonde,im Gegensatz zum Joche unter dem Kreuze, zu schildern und sie zubestimmen, die große Folterkammer Deutschland zu verlassen und nachder Türkei zu wandern. Licht und Schatten konnte nicht grellergezeichnet werden, als Isaak Zarfati's Sendschreiben (um 1454 H esin einer lebhaften, oft zu witzelnden Sprache that, die sich größtentheilsnicht wiedergeben läßt.

Es ist mir von den Mühsalen, noch bitterer als der Tod,erzählt worden, welche unsere Brüder in Deutschland betroffen haben,von den tyrannischen Gesetzen, den Zwangstaufen, den Ausweisungen,die täglich Vorkommen. Und wenn sie von einem Orte fliehen, trifftsie an einem anderen Orte noch herberes Unglück. Ich höre einfreches Volk über die Treuen seine wüthende Stimme erheben; ichsehe seine Hand gegen sie schwingen. Wehe von Innen, wehe von

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*) Vcrgl. Note 6.