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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

zu geben, welche auf der Synode verhandelt werden sollten. Trotz-dem daß diese Gemeinden keinen Deputirten abgeschickt hatten, ließSeligmann gewisse Beschlüsse fassen, welche für sämmtliche rheinischeGemeinden bindend sein sollten; auf deren Uebertretung der Bannverhängt werden sollte. Aber die Gemeinden von Mainz, Worms,Frankfurt, Oppenheim, Köln, Geldern und Jülich prote-stirten gegen die Anmaßung, ihnen Verbindlichkeiten und Erschwerungenaufzulegen, zu denen sie, dem bisherigen Gewohnheitsrechte gemäß,nicht ihre Zustimmung ertheilt hatten, Seligmann und sein Anhangbehaupteten nichts desto weniger die Verbindlichkeit der Binger Be-schlüsse für die rheinischen Gemeinden. Es brachen in Folge dessenStreitigkeiten aus. Da wandten sich die Protestirenden an R'JsraelJsserlein nach Wiener-Neustadt und riefen ihn als Schiedsrichterund endgültig entscheidende Autorität an. Dieser trat mit aller Ent-schiedenheit Seligmann entgegen, bewies ihm nach den rabbinischenBestimmungen, daß er durchaus nicht berechtigt sei, den Gemeindenohne ihr Vorwissen und ihre Zustimmung nachtheilige Beschlüsse auf-zuzwingen.Selbst wenn es einer allgemein anerkannten rabbinischenGröße gestattet wäre, gemeinnützige Verordnungen aus eigener Macht-vollkommenheit einzuführen, so darfst du dich nicht als solche halten,da du doch höchstens eine örtliche Berühmtheit hast." Jsserlein führteihm zu Herzen, den Frieden und die Eintracht der Gemeinden nichtzu stören, zu einer Zeit, wo über ihrem Haupte sich neue Gefahrensammeln von Seiten des Erzbischofs von Mainz (Dietrich, Diethervon Isenburg). In demselben Sinne sprachen sich auch jüngereRabbinen, die befragt worden waren, aus: Ahron Lurja, IsraelBruna aus Regensburg, Salm an Kitzingen aus Ulm undR' Meisterlein in Wiener-Neustadt. Auch der Letztere beschworSeligmann und seinen Anhang, das Band der Einheit, welches dieJuden umschlang, nicht leichtsinnig oder eigensinnig zu zerreißen.R' Meisterlein machte sie besonders aufmerksam, wie nur einträchtigesZusammenleben der Juden im Stande sei, den sie von allen Seitenumringenden Gefahren und Nöthen zu entgehen. Er schilderte ihnen,wie die Juden Polens ihre Hände flehend nach ihren Brüdern inDeutschland ausstreckten, ihnen Rath und Hilfe zu gewähren gegenden Fanatismus, welchen Capistrano in Polen angefacht hatte. DieErmahnungen Jsserlein's und der übrigen Rabbinen scheinen Eindruckauf Seligmann gemacht und ihn bewogen zu haben, die BingerBeschlüsse aufzugeben; wenigstens ist keine Rede mehr von ihnen undvon Unfrieden unter den rheinischen Gemeinden.

Es war von bedeutendem Nutzen für die Entwickelung der