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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die deutschen Rabbinen.

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sie Feiertage nach rabbanitischem Kalender nicht entweihen sollten^).In der argen Verlegenheit, in der sie sich befanden, um aus ihrerbodenlosen Lage herauszukommen, mußten die lernbegierigen Karäerdieses Versprechen geben. Der türkische Großrabbiner Mose Kapsaliwar aber der Ansicht: man dürfe die Karäer gar nicht in den Talmudeinweihen, weil sie ihn verwerfen. Er war nämlich ein Jünger derstrengen, deutschen Schule, welche in ihrer düstern Ueberfrömmigkeitzu keinerlei Zugeständnis; zu bewegen war, wenn auch dadurch dieallmähliche Bekehrung einer abgefallenen Sekte möglicher Weise zu er-reichen wäre. Ihr Grundsatz war, was in irgend einem Ritualwerkebis auf die jüngste Zeit herab als verboten aufgestellt ist, dürfe keinRabbiner sich herausnehmen als erlaubt zu erklären 2).

Es ist wahrhaft erstaunlich, wie das Talmudstudium in Deutsch-land unter den widerwärtigen Verhältnissen,unter steter Angst,Zittern, Quälerei und Verfolgung" ^), wieder einen solchen Aufschwungnehmen konnte, daß Jünger aus den entferntesten Gemeinden diedeutschen Hochschulen in Erfurt, Nürnberg, Regensburg, Prag auf-suchten, und die daselbst gebildeten Rabbinen neidlos als die Be-fähigtesten anerkannt wurden. Die scharfsinnige toßafistische Lehr-weise überraschender Combinationen und haarscharfer Distinctionen,verbunden mit der Gründlichkeit der Schulen von Ramerü, Sens,Paris, lebte in Deutschland wieder auf H. Das deutsche Wesen gründ-licher Gelehrsamkeit und sinnender Grübelei war auch auf die deutschenJuden übergegangen. Die hervorragendsten Rabbinen, welche diesenGeist wieder gepflegt und vererbt haben, waren Jacob Weil undIsrael Jsserlein. Der Erstere, (blühte um 1425 , gest. vor 1456 5)

H Elia Misrachi a. a. O- vcrgl. Note 7.

2) Jsscrlcin, lllsruinat lla-Ossollou 1'asri.üiin otc. Xo. 241.

o) Jsscrlcin, lllsrurnat lla-OssLÜsu Raspp. Xo. 198.

Jakob Weil, Rsspp. No. 164 und Jsr. Bruna No. 29: >2

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sinpii xbi. Vcrgl. Israel Bruna's Ausspruch (Respp. Joseph KohcnNr. 170 p. 188 d): iisisi lii 11:211 Ipx und weiter p. 189 a: 121 XII iiLbü .1. 1 x 12 21I2N 121 X11 IIX'PII 12I2X . xii pv 'xii 2ie>n

5) Ueber Jakob Wcil's Lebensalter sind nur unbestimmte Data vorhanden.Noch beim Leben seines Lehrers Jakob Möllin (Nadaiil), also noch vor 1427erhielt er die Ordination in Nürnberg zu fungircn (11s8;>p. Xc>. 151). Einvon ihm ausgestelltes Formular zum Scheidcbricf hat das Datum lllsdst 5204 1443. Ju der wichtigsten Verhandlung über einen Scheidcbricf vom Jahre1457 (Jsscrlcin -op-s Nr. 11, 1921) ist Jakob Weil nicht zu Rathe gezogenworden, weil er wahrscheinlich damals schon verschieden war. Daß Jakob Weilvor Jsscrlcin starb, folgt aus Nr. 112; vcrgl. noch Note 5.

Graetz, Geschichte der Juden. VHI.

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