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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

karäisches Collegium, bestehend aus Menahem Baschjazi, seinemSohne MoseBaschjazi,Mena hem Maroli,Michael dem Alten,seinem Sohne Joseph und noch andern Männern (in Adrianopel),hatte eine Neuerung eingeführt, die darin bestand, daß es gestattet sei,am Freitag Licht für die Sabbatnächte vorzubereiten, damit sie nichtgerade an dem heiligen Tage im Finstern zubringen sollten. DasCollegium hatte Gründe dafür geltend gemacht. Nach dem karäi-schen Prinzip hat nicht blos eine geistliche Behörde, sondern auchjeder Einzelne die Berechtigung, auf Grund einer löblichen Auslegung,einen älteren Brauch abzustellen und Satzungen aufzuheben. Nichtsdesto weniger bildete sich später (um 1460) eine heftige Oppositiongegen diesen Beschluß, der gegen einen Brauch verstieß, welcher viel-leicht noch von dem Stifter Anan stammte und dadurch die Heiligkeitdes Rostes von sieben Jahrhunderten für sich hatte. Es kam dadurchzur Spaltung und Reibung. Der Theil der Gemeinde, welcher sicherlaubte, Beleuchtung für den Sabbatabend vorzubereiten, wurde voneiner strengern Partei gehöhnt und verketzert H. Die Spaltung unterden Karäern über den Anfang der Festeszeiten dauerte in dieser Zeitnoch immer fort. Die Palästinenser und die in der Nachbarschaftwohnenden karäischen Gemeinden richteten sich nach der Gerstenreifeund bestimmten darnach die Jahresform, ob ein einfaches Jahr oderSchaltjahr sein sollte; sie blickten noch immer nach dem eingetretenenNeumonde, um die Festtage darnach zu regeln. Die entferntwohnenden Gemeinden dagegen in der Türkei, in der Krim und inSüdpolen hielten sich an den Kalender der Rabbaniten '-). Diese Erb-krankheit mußte weiter schleichen; es gab kein Mittel, sie zu heilenund eine feste Norm aufzustellen.

Die offenkundige Schwäche des Karäerthums und die Unwissen-heit seiner Bekenner gaben den Rabbaniten im türkischen Reiche Ge-legenheit, jene mit dem talmudischen Judenthum zu versöhnen oderwenigstens ihre herbe Feindseligkeit gegen dasselbe einzustellen. Dierabbanitischen Lehrer CHanoch Saporta (aus Catalonien ein-gewandert), Elieser Kapsali aus Griechenland und Elia Haleviaus Deutschland machten den karäischen Jüngern, die sie im Talmudunterrichteten, zur ersten Bedingung, daß sie sich in Rede und Schriftder Schmähungen gegen talmudische Autoritäten enthalten, und daß

H Elia Baschjazi a. a. O. 824: bei Neubauer a. a. O. S. 122 fg., Gur-land, neue Denkmäler der jüdischen Literatur -nr) p. 30 fg.

2) Das. x. 20a 224 Brief des Obadia Bertinoro im Jahrbuch für Geschichteder Juden des Litcraturoercins Jahrg. 1863 x. 207.