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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Karäer.

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türkischen Gemeinden. Er vertheilte die Steuern, welche die türkischenJuden einzeln oder gemeindeweise zu leisten hatten, ließ sie einziehenund lieferte sie an die Kasse des Sultans ab. Mose Kapsali hatteauch Strafbefugnisse über sämmtliche Gemeindemitglieder, bestätigtedie Rabbinen, mit einem Worte, er war das Oberhaupt und officielleVertreter eines zusammenhängenden jüdischen Gemeinwesens.

Selbst das in den Zustand völliger Erstarrung gerathene Karäer-thum wurde durch die Berührung mit Rabbaniten im türkischen Reichezu einigem Leben aufgerüttelt. Auch die karäischen Gemeinden inConstantinopel und Adrianopel erhielten neuen Zuwachs aus derKrim, aus Asien und auch aus Südpolen. Die Karäer, deren Prinzipauf Forschung in der Bibel und auf vernunftgemäßer Auslegung der-selben beruht, waren in eine so klägliche Unwissenheit gerathen -), daß ihrganzes Religionsgebäude ihnen noch mehr als den Rabbaniten alsSatzung und Ueberlieferung älterer Autoritäten galt. Sie, die Ver-ächter der Tradition, waren vollständige Traditionsgläubige geworden.Den Grad ihrer Unwissenheit kann man daraus ermessen, daß sie ineinem langen Jahrhunderte keinen einzigen auch nur leidlich selbst-ständigen religiösen Schriftsteller hatten. Ein einziger Autornametaucht in dieser langen Zeitreihe nach Ahron Nikomedi (Vllg S. 353)auf: Abraham b. Jehuda"), der aber nur ein exegetisches Werkzusammengetragen und darin eben so viel von Rabbaniten, ja, vomTalmud selbst wie von den Bekenntnißgenossen ausgenommen hat.Diejenigen Karäer, welche sich belehren lassen wollten, mußten sich zuden Füßen rabbanitischer Lehrer setzen und von ihnen Auslegung' derSchrift und des Talmud empfangen ^). Die stolzen Meister der Bibel-Auslegung waren zu unmündigen Jüngern der von ihnen einst ver-achteten Rabbaniten geworden. Die Versteinerung des Karäerthumsbezeugt noch ein anderer Vorgang in der europäischen Türkei. Ein

*) Elia Baschjazi ii'in nun p. 32 ä: 2i>'2 121 npiii in'i) 2212121 ii 112221

NX 1^212 ni 1!2N 2',21111 2>'N1 2'P112 P1NI2 1N2 1!2N 12^2 2>!22N nili i.ip.1 i22 (122»

o-viv '122 .111 .1x212. Baschjazi schrieb dieses Werk um 1490 (vergl. das.

in den Additamcntcn von Afcndopolo zum Schluffe x. Id); die Einwanderungist also um 30 Jahre vorher, d. h. um 1460, nach der Einnahme von Con-stantinopel, geschehen. Genannt werden Jacob der Arzt aus Russia undSalome aus Kassa, Neubauer das. S. 128.

2) Baschjazi, das. 1. 286.: 2-xii-i ni 22, 2-2211 1122 ;-n 111 ;ui2 1121x2 222N

'2 11221 1NI22 ni 12i P1N1 '2V c'i2L1 11N2 21'N 2'2'2'12I .112122 Nli221 1' 222N ;i

.12ixi '1x221 v'^i 'i>'221 1i211 2122 2N

Vergl. über diesen Schriftsteller, der in der ersten Hälfte oder um dieMitte des XV. saeoul. schrieb und über sein Werk nip2 1,2 in der LeydenerBibliothek, Katalog derselben Bibl. p. 1 ff.

Elia Misrachi Rsspx. Xo. 57; vergl. Note 7.