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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Jedenfalls genoß der fanatische Streiter den Ruhm, nach dem erstrebte, nicht lange; noch in demselben Jahre raffte ihn der Tod hin(23. Oktober 1456); aber damit hatte seine judenfeindliche Wuthnoch kein Ende; denn seine zahlreichen Jünger und Ordensgenossenfolgten seinem Beispiel mit unermüdlicher Beharrlichkeit.

Es sieht fast wie ein Werk der Vorsehung aus, daß bei derZunahme und Heftigkeit der Judenverfolgungen in Europa das neuetürkische Reich entstand, das den Gehetzten ein gastfreundliches Asylbot. Als der Sultan Mohammed II. drei Tage nach dem Straf-gerichte, das er über Constantinopel ergehen ließ, einen Aufruf ver-öffentlichte: Alle versteckten und flüchtigen Bewohner mögen in ihreHäuser und Besitzthümer ohne Furcht vor Belästigung zurückkehren,bedachte er auch die Juden mit wohlwollendem Sinne. Er gestatteteihnen, sich frei in Constantinopel und in den übrigen Städten nieder-zulassen, räumte ihnen besondere Wohnplätze ein und erlaubte ihnenSynagogen und Lehrhäuser zu errichten H. Mohammed II. hatteeinen jüdischen Leibarzt Hekim Jacob, den er besonders auszeichneteund zu einem seiner Finanzverwalter (Defterdar) ernannte"). Diesemoder einem andern Arzte (Hamon?), der, aus Spanien nach derTürkei ausgewandert, auch bei dem Sultan in Ansehen stand, ge-währte Mohammed für sich und seine Nachkommen vollständige Ab-gabenfreiheit 3).

Wie er bald nach seiner Besitzergreifung von Constantinopeleinen griechischen Patriarchen erwählen ließ, den er gewissermaßenzum politischen Oberhaupte über sämmtliche Griechen seines neuenReiches ernannte, so wählte er auch einen jüdischen Ob er-CH ach amfür sämmtliche türkische Gemeinden in der Person eines frommen, ge-lehrten und wackern Mannes, Namens Mo s e K ap s al i H. Mohammedberief diesen Großrabbiner in den Divan und zeichnete ihn besondersso aus, daß er seinen Sitz neben dem Mufti, dem mohammedanischenOber-Ulema und noch den Vortritt vor dem Patriarchen Gennadioshatte. Mose Kap sali (geb. um 1420, gest. um 1495) erhieltauch vom Sultan eine Art politischer Machtbefugniß über die

LI-L ibw ",2 L'j! WIK V'IV Meines Wissens ist das die einzige Stelle

in dem jüdischen Schriftthum, wo Capistrano's Name deutlich vorkommt, u-vsist vielleicht 1?1rst bei Polnau unweit itloluws an der Donau. Ucber eineErwähnung Capistrano's in einer jüdischen Quelle vcrgl. Note 5.

*) Bergt. Note 7.

°) Vcrgl. von Hammer, Geschichte des osmanischen Reichs II. S. 247.Vcrgl. auch dieselbe Note.

°) Dieselbe Note.

0 Vcrgl. über ihn dieselbe Note.