Capistrano in Polen.
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dürft der Geistlichen überlassen würdeH. Eine Niederlage gegen diepreußischen Ritter war leicht zu prophezeihen, weil der Papst undselbst die polnische Geistlichkeit sie heimlich gegen den König Kasimirunterstützten.
Als nun der Ritterorden, einen förmlichen Kreuzzug gegenPolen antretend, um den Preußen zu Hilfe zu eilen, das pol-nische Heer in schmähliche Flucht schlug, und der König Kasimirbesiegt und tief beschämt vom Kampfplatze weichen mußte (Sept. 1454),hatte die Geistlichkeit gewonnenes Spiel. Sie verbreitete, daß dieNiederlage der Polen wegen des Königs Unbotmäßigkeit gegen dieKirche und wegen seiner Begünstigung der Juden und Ketzer erfolgtsei"). Um die Scharte auszuwetzen und einen kräftigen Feldzuggegen die Preußen zu unternehmen, brauchte Kasimir den Beistanddes Bischofs Zbigniew, und dieser durfte seine Bedingungen stellen.Die Juden fielen als Opfer; der König mußte sie aufgeben. ImNovember (1454 3) widerrief Kasimir durch ein Gesetz sämmtliche denJuden ertheilte Privilegien, „da die Ungläubigen nicht einen höhernVorzug vor den Verehrern Christi genießen, und die Knechte nichtbesser gestellt sein dürfen als die Söhne". Durch öffentliche Aus-rufer wurde der Entschluß des Königs im ganzen Lande bekanntgemacht. Außerdem verordnete Kasimir, daß die Juden Polens einebesondere Tracht anlegen sollten, welche sie von den Christen unter-scheiden sollte. Capistrano hatte auf der ganzen Linie gesiegt; dieJuden waren durch seine Arbeit auch da gedemüthigt, wo sie damalsam günstigsten gestellt waren. Die Folgen der Ungunst stellten sichbald ein. Die jüdischen Gemeinden wendeten sich händeringend anihre Brüder in Deutschland, daß der „Mönch" auch über sie unterdem Scepter des Königs von Polen, wo sie bisher so glücklich gelebtund den anderswo Verfolgten die Zufluchtsstätte bieten konnten, einschweres Geschick heraufbeschworen habe. Sie hätten es früher kaumglauben können, daß ein Feind gegen sie in die Thore Polens dringenwürde, und nun müßten sie unter der Last des Königs und derMagnaten seufzen H.
Während dessen wurde die Christenheit von einem thatsächlichenStrafgerichte Gottes schwer betroffen. Das sündenbelastete byzan-tinische Reich, das sich Jahrhunderte lang in wurmstichigem Zu-stande behauptet hatte, war endlich nach mehr denn tausendjährigemBestände mit dem Falle Constantinopels (29. Mai 1453) zusammen-gestürzt, gerade als die Vereinigung der griechischen Kirche mit der
Vergl. Note 5. Dlugoß a. a. O. x. 157.
Note 5. 4) Dieselbe Note.