Kasimir IV. von Polen und die Juden.
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Juden wurden natürlich eingezogen und damit die Bernhardinerkircheerbaut. Die Schuldscheine waren erloschen. Es war nicht die einzigeKirche, welche mit Blutgeld aufgerichtet wurde. Den Juden in denübrigen schlesischen Städten erging es nicht besser. Ein Theil wurdeverbrannt und die Uebrigen nackt verjagt.
Als der junge Ladislaus von dem Breslauer Bttrgerrath an-gegangen war, durch ein Gesetz zu erklären, daß sich künftighin keinJude in Breslau niederlassen dürfte, genehmigte er nicht blos diesenAntrag „Gott zum Lobe und dem christlichen Glauben zuEhren", sondern billigte noch dazu die Mordthaten an den schlesischenJuden mit dem Bemerken, „daß sie nach Verdienst gelitten haben" '),eine Aeußerung würdig eines Sohnes von Albrecht II., der die Judenvon Oesterreich verbrennen ließ (o. S. 133). Derselbe König ge-nehmigte auch, ohne Zweifel auf Betrieb Capistrano's, der sich mehrereMonate in Olmütz aufgehalten hatte, die Vertreibung der Juden vonOlmütz und Brünn. Nachdem sie ausgewandert (zwischen Juli undNovember 1454 -), schenkte Ladislaus den Bürgern die Häuser, Syna-gogen und sogar den Friedhof; einen Theil der Synagoge von Brünnüberließ er den Metzgern, als Schlachthaus zu benutzen. Wie vielUnheil mag der Mönch Capistrano, diese „Geißel der Juden",ihnen in anderen Gegenden Europas zugefügt haben, dessen Einzel-heiten nicht in die Chroniken eingetragen wurden!
Bis nach Polen erstreckte sich seine giftig-judenfeindliche Bered-samkeit und störte die jüdischen Gemeinden dieses Landes aus demruhigen Leben, das sie seit Jahrhunderten dort genossen. Polen warnämlich seit langer Zeit eine Zufluchtsstätte für alle gehetzten, ver-folgten und mühebeladenen Juden geworden''). Die Verbannten ausDeutschland, Oesterreich und Ungarn fanden an der Weichsel einegünstige Aufnahme. Die günstigen Privilegien, welche ihnen derHerzog Boleslaw ertheilt und der König Kasimir der Große er-neuert und bestätigt hatte (Vll.? 380.), waren noch immer in Kraft.Während der Regierung der neapolitanischen Linie nach dem Aus-sterben der Piasten und noch mehr während des Weiberregiments
') Klose a. a. O. Band II. Theil I. S- 491 vom Januar 1455.
2) Quellen bei Wiener, Regesten I. S. 247 f. S- dlaskir, Jg. 1863,x. 67.
") IVaääing, Xnnales llllnoruin 11 XII. ^>. 412: ckuclasoruin usuras etin Lllristlaoos äolosas lnvlckias inuItls ln Io vis eosreuit (6aplstiauus),et tanguam lri-eeonsillabilss Odiisti noinlnis llostes, eosäsin ex plsrls-gus urklbus leelt sxpslll: Xeta 88. a. a. O. p. 499: äs raultis eivlta-tldus sos (ckuäaeos) expelll aut alias punlri Igelt.
') Vergl. Note 5.