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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

ein Faß, das von innen spitze Nägel hatte, gelegt und so lange ge-wälzt, bis der Knabe den Geist aufgegeben. Von seinem Blute hättendie Juden an die übrigen schlesischen Gemeinden geschickt. Man fandsogar die Gebeine des gemordeten Knaben. Die vielfache Schuld derJuden schien erwiesen: die Juden von Striegau, Jauer, Schweid-nitz, Löwenberg, Liegnitz und Reiche nbach wurden ebenfallsgefänglich eingezogen und nach Breslau abgeführt, im Ganzen drei-hundert und achtzehn Personen. Capistrano saß über sie zu Gericht, undman schritt zur Exekution. Auf dem Salzring (jetzt Blücherplatz), woCapistrano seine Wohnung hatte, wurden ein und vierzig als schuldigerkannte Juden verbrannt (2. Juni 1453 ^). Der Rabbiner (Pinehas?)erhängte sich; er hatte auch Andern gerathen, sich zu entleiben. DieUebrigen wurden aus Breslau verwiesen, nachdem man ihnen dieKinder unter sieben Jahren gewaltsam entrissen, getauft und Christenzur Erziehung übergeben hatte. So wollte es Capistrano, und erbewies es dem König Ladislaus in einer gelehrten Abhandlung,daß solches der christlichen Religion und der Rechtgläubigkeit gemäßsei. Der biedere Stadtschreiber Eschenloer, der nicht wagte, eine lauteBemerkung über die Unmenschlichkeit zu machen, schrieb in sein Tage-buch:Ob dies göttlich sei oder nicht, setze ich auf Erkenntniß dergeistlichen Lehrer". Die geistlichen Lehrer hatten sich aber in Kanni-balen verwandelt. Die Güter der verbrannten und ausgewiesenen

*) Quellen darüber: de Fara und de Varisio a. a. O. x. 467 ff. und 499;der zeitgenössische Eschenloer, Geschichte der Stadt Breslau (hcrausgegeben vonKunisch, Breslau 182728) B- I. S. 14 f.; Urkunden bei Klose, Geschichtevon Breslau II. B. 2. Thcil S. 39 sf.: ^VackäinA, Xnnales Ninorura ll?. XIIp. 142; bei Schudt jüdische Denkwürdigkeiten I. S- 387, 389. Von jüdischenQuellen nur die Lssxp. des zeitgenössischen Israel Bruna Nr. 267 an-deutungsweise: PI2!22 >2"L- ui>1 W^x.1 712 2LUL- NU22.2 °!2!L> 222

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Gemetzels in Breslau ist schwankend angegeben. Eschenloer, der erst 1455 nachBreslau kam, gicbt gar kein Datum an, sondern zählt das Factum unter dieBegebenheiten zwischen 145165 auf. Wadding setzt cs fälschlich 1452. DieQuellen bei Schudt haben einmal das Datum 1451 und das andcremal 2. Mai1453. Klose scheint das Factum 1454 zu setzen. Capistrano's Begleiter deFara, ein Augenzeuge des Gemetzels, und de Varisio geben an, daß cs währendCapistrano's zweitem Aufenthalte in Breslau stattgefunden, de F. leitet dieErzählung ein durch den Satz: in Vralislavinin . . . rsäiit (das. p. 467),de Varisio das. x. 528, d. h. nach seiner Rückkehr aus Polen 1454. In der UrkundeLadislaus' vom Januar 1455 ist das Gemetzel, als früher geschehen, erwähnt.Jedenfalls unrichtig bei Zunz (synagogale Poesie S. 50) das Jahr 1455. Ausden Urkunden bei L. Oclsner, schles. Urkunden z. Gcsch. d. I. (Wien 1864)crgicbt sich, daß die traurige Geschichte vom 2. Mai bis in der zweiten HälfteJuni 1458 spielte.