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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Capistrano in Breslau.

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gehörte und viel Schuldverschreibungen von Bürgern und verkommenenAdeligen in Gewahrsam hatte, hätte von einem Bauer eine Hostiegekauft, sie zerstochen, geschändet und Theile davon den Gemeindenvon S chweidnitz, Liegnitz und noch anderen zu gleicher Schmähungzugestellt. Es versteht sich von selbst, daß die verwundete Hostie Blutgezeigt hat. Dieses blödsinnige Märchen, das den Rathsmännern zuOhren gekommen war, fand ohne Weiteres Glauben. Sofort wurdensämmtliche Juden Breslau's, Männer, Weiber und Kinder, in Kerkergeworfen, die gesammte Habe derselben in der Judengasse (jetzt Ursu-linerstraße) mit Beschlag belegt, und was den Urhebern am meistenam Herzen lag die Schuldverschreibungen, die etwa 25,000 un-garische Goldgulden betrugen, den Gläubigern entzogen (2. Mai 1453).Da einige der Unglücklichen die Flucht ergriffen hatten, aber wiederergriffen wurden, so schien die Schuld dadurch um so gewisser. DieLeitung dieses wichtigen Prozesses nahm Capistrano in die Hand.Ihm, als Ketzerrichter, gebührte die erste Stimme bei der Verfolgungvon Hostienschändern. Er war aber schlau genug, das Interesse desdamals vierzehnjährigen Königs Ladislaus Po st Humus, Sohnesdes fanatischen Albrecht II. (o. S. 132), oder vielmehr seiner Rätherege zu machen. Der Hussitenführer GeorgvonPodiebrad, welcherBöhmen mit starker Hand beherrschte, hatte den jungen König nochnicht anerkannt und betrachtete die Nebenländer Schlesien, Mährenund andere als Theile des Böhmerlandes, die bis zur erfolgten Königs-wahl ihm und nicht dem König zu gehorchen hätten. Capistranorieth aber den Breslauern, den Judenprozeß Ladislaus vorzulegen,um damit zu verstehen zu geben, daß sie ihn als rechtmäßigen Königanerkannten und von Podiebrad nichts wissen mochten. Am Hofe zuWien war daher beim Einlaufen des Schreibens aus Breslau großeFreude. Man that entsetzt über die Geschichte der Schändung andem Leichnam des Herrn, sandte zwei Commissäre nach Breslau undertheilte ihnen und dem Breslauer Rath die Befugnisse, mit denJuden und Jüdinnen an Leib und Gut zu verfahren. Darauf ließCapistrano einige Juden auf die Folter spannen und gab Anleitung,wie die Schergen verfahren sollten; der Mann hatte Erfahrung daringesammelt. Die Gemarterten gestanden ein. Während dessen wurdeeine neue schändliche Lüge verbreitet. Eine boshafte getaufte Jüdinsagte aus: die Breslauer Juden hätten schon früher einmal eine Hostieverbrannt, die so erstaunliche Wunder gezeigt, daß eine alte Jüdindadurch gläubig geworden wäre. Die Juden hätten aber das alteWeib todtgeschlagen. Die getaufte Jüdin sagte ferner aus: Judenhätten einmal einen gestohlenen Christenknaben gemästet, dann ihn in