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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

wandte sich die Gemeinde an die damals angesehenste rabbinischeAutorität, Israel Jsserlein Ben-Petachja (Rabbiner von Mar-burg), ob sie verpflichtet seien, sich der Verordnung selbst mit Ge-fährdung des Lebens zu widersetzen, da ihnen gerade bei dem religiösenAkte der Eidesleistung zweierlei Uebertretungen zugemuthet würden.Jsserlein ließ den Breslauern darauf den gutachtlichen Bescheid zu-gehen: Im Falle die städtische Behörde mit ihrer Verordnung nichtgeradezu eine Verleugnung des Judenthums, sondern lediglich eineVerschärfung des Eides beabsichtigte, so dürften sie den heiligen Gottes-namen unbedenklich aussprechen. Entblößten Hauptes zu schwören,sei überhaupt nicht als religiöses Vergehen anzusehen fl.

In Schlesien besaßen vermögende Juden wie anderswo baaresGeld, weil sie keine Liegenschaften besitzen konnten, und auch hiermachten sie Geldgeschäfte. Die meisten Herzöge waren ihre Schuldner,und ebenso manche Städte, welche Bürgschaft für ihre Fürsten über-nommen hatten 2). So mancher vornehme Schuldner mag heimlichgeplant haben, durch Beseitigung der Juden seiner Schulden los zuwerden. Die Ankunft des fanatischen Kapuziner-Mönches gab diebeste Gelegenheit dazu.

Auf Einladung des Bischofs Peter Nowak von Breslau, dermit seiner Geistlichkeit nicht fertig werden konnte, war Capistranonach der damals blühenden schlesischen Hauptstadt gekommen. Beiverschlossenen Thüren der Kirche mußte der Franciskanerprediger denGeistlichen ihr sündhaftes, sittenloses, wollüstiges Leben Vorhalten; keinLaienohr sollte etwas von der Entartung der Kirchendiener vernehmen.Aber mehr noch als die Sittenverbesserung der Geistlichen lag ihmam Herzen die Vertilgung der Hussiten, deren ss damals auch inSchlesien gab, ferner die Quälerei der Juden, die Beseitigung derSpielbrette und Karten und die Erbauung einer neuen Kirche zuEhren seines Meisters Bernardinus von Feltre und zu seinem eigenenRuhme, obwohl es damals viel zu viel Kirchen in Breslau gab, wieder ehrliche Stadtschreiber Eschenloer bemerkte. Der durch Capistrano'sPredigten erregte wahnsinnige Fanatismus der Breslauer kehrte sichbesonders gegen die Juden. Ein Gerücht wurde ausgesprengt, einJude, Namens Meyer, welcher zu den reichsten Juden Breslau's

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2) Ludwig Oclsner, schlesische Urkunden zur Geschichte der Juden imMittelalter ( 1864 ) S. 33 . H. Markgraf, Geschichte Schlesiens re. in derZeitschr. für Geschichte und Alterthum Schlesiens I. Heft 2 . S. ( 1872 ) S. 346 .