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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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194 Geschichte der Juden.

Hussiten ohnehin hoch gespannt war, erhielt er durch Capistrano nochmehr Nahrung und kehrte sich da sie den Ketzern in Böhmennicht beikommen konnten zunächst gegen die Juden. Die bayerischenHerzöge Ludwig und Al brecht, welche schon früher die Juden ihresGebietes verjagt hatten, wurden von Capistrano noch mehr fanatisirt.Der Erstere stellte an einige Grafen und an Regens bürg die For-derung, ihre Juden auszuweisen i). Der Bürgermeister und Rathdieser Stadt entzogen ihnen zwar nicht den Schutz und das Bürger-recht, das sie seit alten Zeiten genossen haben. Aber sie konnten dieJuden nicht vor den Quälereien der Geistlichen schützen 2 ). Der HerzogLudwig bestand darauf, daß mit Strenge auf das Tragen der Ab-zeichen von Seiten der Regensburger Juden gehalten werde (24. August1452 3). Dasselbe wurde durch einen Synodalbeschluß für die Ge-meinden in der Augsburger Diözese eingeschürft"). Auch die Regens-burger Bürger ließen sich, bei allem Wohlwollen für ihre jüdischenMitbürger durch Capistrano's Fanatismus allmählich zur Feindseligkeitgegen sie Hinreißen. In der Hebammenordnung, welche in demselbenJahre erlassen wurde, kam das Gesetz vor, daß christliche Geburts-helferinnen bei Leibe nicht jüdischen Frauen beistehen sollten, auchnicht in Todesnöthen 5).

Die Sinneswandelung gegen die Juden, wie sie durch Capistranohervorgerufen wurde, zeigt sich augenfällig an dem Verhalten einesgeistlichen Fürsten gegen sie vor und nach dem Erscheinen des Kapu-ziners in Deutschland. Der Bischof Gottfried von Würzburg, zu-gleich Herzog von Franken, hatte den Juden nicht lange nach seinemRegierungsantritt Privilegien ausgestellt 0 ), wie sie sie nicht günstigerwünschen konnten. Er sagte darin für sich und seine Nachfolger allenanwesenden und künftig zuziehenden Juden besonderen Schutz zu.Keiner sollte vor ein weltliches oder geistliches Gericht geladen werdendürfen; ihre Streitsachen sollten vielmehr durch eigenes Gericht be-rathen und entschieden werden. Der Freiheitsbrief Gottfrieds vonWürzburg erklärte ferner den Rabbiner (Hochmeister) von Würzburgsteuerfrei und gestattete ihm, nach seinem Belieben in seinem LehrhauseJünger zu halten. Er befreite die Synagogen und den Friedhof von

r) Das. S. 205.

2 ) Uretin, Geschichte der Juden in Bayern, S. 36.

3) Gemeiner a. a. O. S. 205 f. Aretin a. a. O-

5) Gemeiner a. a. O. S. 207.

°) Die Urkunde, ausgestellt 1444 und vom Kapitel bestätigt Samstag vorSt. Walpurgistag (22. April) 1445, bei Hcffner: die Juden in Franken S. 61Beilage 'iV.