Capistrano.
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der Hussiten, sondern auch derer, welche an dem Papstthum zu mäkelnwagten, und für den Kampf gegen die siegend vordringenden Türkenpredigen und eifern, und hatten auch nichts dagegen, wenn er gegenunschuldige Spiele, Zeitvertreib und Lebensverfeinerung seine Capucinadenausstieß, da sie selbst dadurch in ihren Genüssen und Freuden nichtgestört wurden. Zu den stehenden Punkten der aufregenden PredigtenCapistrano's gehörten — nächst seinem Geifer gegen Ketzer undTürken und gegen den Luxus und die Spiele -— auch seine Wuth-ausbrüche gegen die Juden, ihren Unglauben und ihren Wucher.Der Papst Nikolaus machte ihn deswegen zum Inquisitor gegen sie,um die Ausführung der kanonischen Beschränkungen gegen sie zuüberwachen. Schon früher hatte ihn die Königin Johanna von
Neapel zum Jnquisitionsrichter über die Juden eingesetzt und ihnermächtigt, die schwersten Strafen über sie zu verhängen, wenn siegegen die Kirchengesetze fehlen oder das Judenabzeichen — das ZeichenTh au (Tod) — nicht tragen sollten. *)
Als der Papst Nikolaus Capistrano als Legaten nach Deutschlandund den slavischen Ländern schickte, wo die Autorität des Papstthumsdurch die Hussiten und durch den auch unter den Katholiken sichregenden freieren Geist am meisten erschüttert war, um dort die blindunterwürfige Gläubigkeit in die Gemüther zurückzuführen, veranstalteteer, von der Eitelkeit, Eroberungen zu machen, besessen, eine Dispu-tation in Rom mit einem Nabbinen Namens Gamaliel (?). Durchseine Beredtsamkeit sollen nicht blos dieser Rabbiner, sondern nochvierzig Juden für das Christenthum gewonnen worden sein 2). — Wodieser geifernde Kapuzinerprediger in Deutschland hinkam, verbreiteteer Furcht und Schrecken unter die Juden. Sie zitterten, wenn sienur seinen Namen nennen hörten^). Auch den Christen^) war dieserungestüme, giftige Heilige ein Gegenstand des Schreckens, namentlichsolchen, welche nicht die kirchliche Frömmigkeit über Rechtschaffenheitund Gesinnungsadel stellen mochten. Denn der Zulauf der Mengezu seinen Predigten war in Deutschland noch größer als in Italienund, unterstützt von dem Anhänge der Massen, durfte er Gesetze vor-schreiben und die Obrigkeit zwingen, sich seinen Anordnungen blind-lings zu fügen. In Bayern, Schlesien, Mähren und Oesterreich, woder kirchliche Eifer der Katholiken wegen der Feindseligkeit gegen die
Hermann, Cnpistrniins trinrnplurns p. 272.
2 ) Wadding, Xminlss ^liiioinm 1?. XII. p. 64.
°) Bei Klose, Geschichte von Breslau in Briefen B. II. 2tcr Theil S. 89,de Barisio a. a. O. x. 499.
Gemeiner, Regcnsburgische Chronik III. S. 271 f.
Graetz, Geschichte der Juden. VIII.
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