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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Judenabzeichen ein, daß die Männer einen rothen, runden Flecken ander Brust, die Frauen einen blauen Streifen auf dem Kopfputze tragen,und daß die Christen bei Vermeidung des schwersten Bannes nichtGeld auf Zins von Juden borgen sollten (Mai 1451 ^), als wenndie Brandmarkung der Juden die Welt- und Klostergeistlichen unddie von ihnen angesteckten Laien von der liederlichen Unkeuschheit undLasterhaftigkeit hätte heilen sollen. Die Absonderung der Juden vonden christlichen Kreisen hat nur die Wirkung gehabt, daß jene vonder Befleckung der Unzüchtigkeit freigeblieben sind. Auch der Cardinal-Legat Cusanus konnte es nicht durchsetzen, den geistlichen Standsittenrein zu machen, oder den Betrug mit der Blutung durchstochenerHostien und der Wunderthätigkeit der Heiligenbilder dagegen erso sehr geeifert hat abzustellen. Die Kirche blieb bis in ihrinnerstes Mark verderbt. Die Juden waren allerdings zu fürchten,wenn sie mit ihren Fingern in die eiternden Wunden hätten greifen dürfen.

Besonders fingen die vielen Tausende getaufter Juden in Spanien,welche die Metzeleien, die Kreuzpredigten und die Beschränkungen derKirche zugeführt hatten, an, für diese selbst eine Plage zu werden.Nicht blos die weltlichen Neuchristen, sondern auch diejenigen, welchein den geistlichen Stand getreten waren oder das Mönchskleidangelegt hatten, beobachteten meistens, der Eine mehr heimlich, derAndere inehr öffentlich, die jüdischen Neligionsgesetze. Die Sophistereiender übereifrigen Convertiten, von der Klasse der Santa-Fs, sowie derKirchenpomp und die Predigten, daß das alte Testament und sogar dietalmudische Agada Jesu Messianität, die Menschwerdung Gottes, dieDreieinigkeit und andere Kirchendogmen bestätigten, hatten eben sowenig Wirkung auf viele Marranen. Sie blieben im zweiten unddritten Geschlecht eben so, wie vorher, halsstarrig und blind, d. h.treu dem Glauben ihrer Väter. Als der mächtige Minister de Lunaeine scharfe Waffe gegen seine neuchristlichen Feinde brauchte, bewoger den König, sich mit Klagen an den Papst über deren Rückfallzu wenden (o. S. 149). Ganz ersonnen werden die Beschwerdengegen den Glauben der Neuchristen wohl nicht gewesen sein, jedenfallshat Nikolaus V. an deren Misfethaten geglaubt. Er richtete daher einSchreiben an den Bischof von Osma und an die Professoren vonSalamanca (20. November 1451 -) und ermächtigte sie, Inquisi-toren zu ernennen, welche die des Judaisirens verdächtigen Neu-

*) Heffncr, Juden in Franken S. 25.

2) llaroiüud (Rn^nnläns), ^.iinaiea seeloa. acl. annrmr 1451 dlo. 1.Llorcnte, der die Geschichte der Inquisition beschrieben hat, kannte dieseBulle nicht. Sie lautet auszüglich: Veiisradili krati-i sxiseopo 0xoinsn8i et