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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Nikolaus V.

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Papst Nikolaus eine neue Bulle (1. März 1451 '), worin er ihreAusschließung aus der christlichen Gesellschaft und jeder ehrenhaftenLaufbahn bestätigte und die Privilegien der spanischen Juden eben sowie die der italienischen vollständig außer Kraft setzte. Dieserherzlosen Härte in der kanonischen Gesetzgebung gegen die SöhneIsraels lag unbewußt eine Art Furcht zu Grunde. Das übermächtigeChristenthum fürchtete den Einfluß des jüdischen Geistes auf diechristliche Bevölkerung durch allzu vertrauten Verkehr. Was dasPapstthum in der Rüucherwolke seiner officiellen Erlasse verschwieg,das verrieth ein diesem Kreise sehr nah stehender philosophischerSchriftsteller und Cardinal.

Nikolaus von Cusa (aus Cues an der Mosel), der letzteAusläufer der scholastischen Philosophie, der sie mit einer Art Mystikverschmelzen wollte, hat durch sein zweideutiges Benehmen die Ver-besserung und Versittlichung des Christenthums seiner Zeit vereitelt.Auf der Baseler Kirchenversammlung einer der eifrigsten Vertheidigerder Macht eines allgemeinen Concils über den Papst, verließ undverrieth er dasselbe, ging zum Papst Eugenius IV. über, arbeitetemit seiner ganzen Kraft an der Wiederherstellung der päpstlichenAllgewalt und trug zu dessen Sieg bei. Dafür wurde er auch vondem Papst Nikolaus V. mit dem Cardinalshute beschenkt. Inmittender Zerfahrenheit und Zerklüftung des Christenthums schwärmteNikolaus Cusa in seiner philosophischen Träumerei für eine Ver-einigung aller Religionen zu einem einzigen Glauben. Die kirchlichenCeremonien wollte er zum Opfer bringen, ja, selbst die Beschneidungwollte er sich gefallen lassen, wenn nur die nichtchristlichen Völkerdafür gewonnen werden könnten, an die Dreieinigkeit zu glauben.Er fürchtete aber, wie er ausdrücklich bemerkte, die Hartnäckigkeit derJuden, welche sich an ihrer Gotteseinheit allzufest anklammern, ertröstete sich indes; mit dem Gedanken, daß das unbewaffnete Häufleinder Juden den Frieden der Welt nicht stören könne 2). Allerdingswaren die Juden nach dieser Seite hin waffenlos; um sie aber auchgeistig zu entwaffnen, dazu wollte Nikolaus Cusanus das Seinigebeitragen. Der Papst hatte diesen Cardinal zum Legaten für Deutsch-land ernannt, um theilweise eine Reformation des verderbten Kirchen-und Klosterlebens durchzuführen (145051). Cusanus beschäftigte

sich aber auch, wohl im Aufträge, mit den Juden. Auf dem Provinzial-Concil von Bamberg schärfte er die kanonische Satzung von dem

H Bei Harouias (Ra/ualäus) a. a. O. aiiiiuiii 1451 No. 5.

2) Nivolaus Ousaims äs pass ssu ooueoräanlia üäsi o. 12 Ende, auchs. 20 (in dessen Gcsammtwcrkcn).