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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Vorgänge in Mallorca.

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seien Eigenthum des Königs, der allein über sie zu urtheilen habe.Der Bischof mußte die eingekerkerten Juden herausgeben, und diesewanderten in den Kerker des Statthalters (6. Mai). Die Geistlichenhetzten aber das Volk gegen ihn und die Juden und sprengten aus:die Justiz sei für Geld feil. Ehe Juan Desfar ein Verhör anstellenkonnte, um das Verbrechen der Angeklagten zu ermitteln, war derPöbel schon gegen ihn eingenommen. Der Statthalter wurde genöthigtmit Strenge zu verfahren und einen Gerichtshof zu ernennen, der

größtentheils aus Dominikaner- und Franziskanermönchen bestand.Das Gericht kannte kein wirksameres Mittel, um hinter die Wahrheitzu kommen, als Anwendung der Folter. Wie Einer der Angeklagtenunter die Tortur kam, bekannte er Alles, was man von ihm wünschte,und bezeichnete alle diejenigen Juden als Mitschuldige, welche manvon ihm verlangte. Doch hätte man diesem Bekenntniß vielleichtselbst in damaliger Zeit kein großes Gewicht beigelegt, wenn sich nichtein gewissenloser, aber in Ansehen stehender Jude Namens AstrücSibili, welcher mit vielen Gemeindemitgliedern in Streit lebte undfürchtete, in die Blutanklage verwickelt zu werden, zum Ankläger

seiner Glaubensgenossen aufgeworfen Hütte. Scheinbar freiwillig stelltesich Astrüc Sibili dem Gerichte, gestand ein, daß der Diener gekreuzigtworden, und bezeichnete gewisse Juden als Verbrecher. Obwohl ersich von jedem Verdachte rein zu machen wußte, ereilte Astrüc Sibilidoch bald die Strafe seiner Angeberei. Er wurde als Mitangeklagterin den Kerker geworfen. Dieser Ausgang des Angebers und

die Flucht einiger jüdischen Familien von Palma in das nahe-

liegende Gebirge, weil sie mit Recht die Wiederholung von Mord-scenen befürchteten, steigerte noch mehr die Aufregung der christlichenBevölkerung. Die Flüchtigen wurden eingeholt, gefesselt, nach derStadt gebracht, und ihre Flucht wurde als neuer Beweis für dieTheilnahme der ganzen Gemeinde an dem Verbrechen erklärt. AstrücSibili und noch drei andere wurden zum Feuertode verurtheilt, jedochbegnadigten sie die Richter zum Tode durch den Strang, wenn sie sichtaufen ließen. Sie gingen auch darauf ein, indem sie die Taufe alsStrohhalm zur möglichen Rettung ihres Lebens betrachteten. Aberauch die ganze Gemeinde, mehr als zweihundert Personen, Männer,Frauen und Kinder, gingen ebenfalls aus Angst vor der fürchterlichenTodesqual zum Christenthum über. Die Geistlichen hatten vollaufBeschäftigung, die Neubekehrten zu taufen. Wie wenig sie selbst andie Schuld der Verurtheilteu glaubten, bewiesen sie dadurch, daß sie,als jene bereits auf dem Richtplatze waren, bereit den Galgen zubesteigen, um deren Begnadigung riefen und das Volk ebenfalls dazu