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Geschichte der Juden.
Juden gedemüthigt werden, das war der Grund, die alten Beschrän-kungen durch das allgemeine Concil in der neunzehnten Sitzung auf-zufrischen und neue hinzuzufügen H. Zu den alten kanonischen Be-schlüssen waren einige neue Punkte hinzugekommen, daß Juden zu keinemUniversitätsgrade zugelassen werden sollten") und daß an denHochschulen auch hebräische, chaldäische (uud arabische) Sprache gelehrtwerde, um Mittel zu haben, auf das Gemüt der Juden einzuwirken.Das allgemeine Concil, das sich als vom heiligen Geist inspirirt aus-gab, hatte es also auf die Massenbekehrung der Juden abgesehen.Es nahm das Programm Peüaforte's, Pablo Christiani's, VicenteFerrer's und des schismatischen Papstes von Tortosa an, welche einesystematische Bearbeitung der Juden zum Aufgeben „des Unglaubens"so sehr empfohlen hatten. Auch den bereits getauften Juden wendetedie Baseler Kircheuversammlung eine besondere Sorgfalt zu. Sie sollteneinerseits begünstigt und andererseits überwacht werden, daß sie sichnicht unter einander verheirathen, nicht Sabbat und jüdische Festefeiern, nicht ihre Todten nach jüdischem Ritus beerdigen und über-haupt die jüdischen Gebräuche nicht mitmachen sollten.
Die Hand Esau's, die der Söhne des Salomo-Paulus de SantaMaria, welche Mitglieder dieses Concils waren, ist dabei nicht zu ver-kennen (o. S. 145 f.). Aus dem Schlangenei des «postalischen RabbinersSalomo Levi de Burgos waren Basilisken ausgekrochen. Sie gabenseinem Judenhasse eine europäische Tragweite und machten die höchstekirchliche Autorität zur Helfershelfcrin.
Ein erneuerter fanatischer Paroxysmus gegen die Juden kamdadurch an verschiedenen Punkten Europas zum Ausbruch. DenReigen eröffnete die Insel Mallorca o). Die Ueberbleibsel derGemeinde Palma waren der Geistlichkeit und dem von ihr beherrschtenPöbel verhaßt, und beide schenkten nur allzuwillig einem GerüchteGlauben, die Juden hätten in der Charwoche (1435) den maurischenDiener eines Juden gekreuzigt und ihn Folterqualen erdulden lassen.Der angebliche Märtyrer war zwar noch am Leben, aber nichtsdesto-weniger ließ der Bischof Gil Nunjoz zwei Juden, welche als dieUrheber galten, einkerkern. Darüber entspann sich ein Competenzstreitzwischen ihm und dem Gouverneur Juan Desfar, an den sich dieNeichen der Gemeinde gewendet hatten. Der Letztere behauptete:Die Juden unterlägen nicht der geistlichen Gerichtsbarkeit, sondern
U Älausi eoueilia U. 29. p. 98 f.
Das.uee all Araclus guosqus sclrolastieos aämitlaut (lluclaeos).
°) Quellen bei Kayscrliug, Geschichte der Juden von Navarra u. s. w.S. 173 ff.