Schem-Tob's Religionsphilosophie.
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hegen; die richtige Erkenntnis; gebe aber eine Anleitung, das Wahrevom Falschen unterscheiden zu können.
Indessen, wenn Joseph Jbn-Schem-Tob auch auf der eiuen Seitein die aristotelisch-maimunisch-averroistische Scholastik verliebt war, sohatte er doch einen Blick für ihre schwachen Seiten und suchte daherihr Verhältnis; zum Judenthum scharf zu begrenzen. Sein religions-philosophisches Werk (Lsboä bllobiwH, welches kein abgerundetesSystem, sondern nur die Grundrisse dazu entwickelt, stellt sich ebendiese Aufgabe. Es betont mit aller Schärfe den Gedanken, derMaimuni selbst nicht klar geworden ist, daß es durchaus nicht wahrsei, zu behaupten: Judenthum und Philosophie deckten sich vollständigund stünden in schönster Harmonie miteinander. Im Gegenthcil: siegingen in wesentlichen Punkten weit auseinander. Es sei durchausunrichtig, was Maimuni und seine Nachfolger, namentlich die Predigeraufstellen, daß die mosaische Weltschöpfungslehre mit der aristotelischenNaturlehre übereinstimme, und die prophetische Vision vom Thron-wagen Gottes (Naasrs Llsrlraba) ganz dasselbe lehre, was die aristo-telische Metaphysik. Das Judenthum als Ausfluß Gottes offenbarevielmehr ganz andere Wahrheiten als die Philosophie, welche lediglichein Erzeugniß des menschlichen Geistes sei. Wenn auch die jüdischeReligion und die Vernunftlehre einige gemeinsame Wahrheiten ent-halten, so folge daraus durchaus noch nicht ihre vollständige Gleichheit.Wenn die von der Philosophie weit abweichenden Wahrheiten desJudenthums sich auch nicht syllogistisch beweisen ließen, so seien siedarum doch nicht abzuleugnen; denn sie haben ihre Bestätigung undGewißheit in den Wundern, welche Propheten und fromme Männergezeigt und die Israeliten viele Jahrhunderte hindurch mit eigenenAugen wahr genommen Hütten^).
Joseph Jbn-Schem-Tob hatte demnach auf einer Seite denmaimunischen Standpunkt vollständig überwunden. Mit der Ver-söhnung zwischen Judenthum und Philosophie ist es aus, es kommtwieder zum Bruche zwischen beiden. Joseph versprach, in einemWerke nachzuweisen, welche Widersprüche zwischen der einen und derandern Lehre bestehen, und wie die Philosophie im Jrrthum sei^).Aber so wie er hinter die Schwäche des maimunischen Standpunktesgekommen ist, mußte er zugleich an einer vernünftigen Auffassung des
') Verfaßt 1442, vergl. darüber Munk a. a. O. Erste und einzige Editiondes in-, Ferrara 1555 ohne Seitenzahl. Von seinem Vater spricht erdas. Bl- 4 a. B. 28 b ff. entschuldigend.
-) keboä büobiin Bl. 22.
->) Das. Bl. 27 b.