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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

an, ein sehr verdächtiges Symptom für die Klarheit seines Denkens *).Seine Auseinandersetzung ist auch keineswegs gedankenmäßig. DiePredigtmanier ersetzt bei ihm nur gar zu oft die Logik. Albo ergehtsich im Predigertone in weitläufiger Auslegung der Bibel und Agada,um die Gedanken recht breit zu treten.

Straffer im Denken war sein jüngerer Zeitgenosse Joseph Jbn-Schem-Tob, obwohl auch er Prediger war. Zu einer Zeit, als erbei dem König von Castilien in Ungnade gefallen war und einWanderleben führte, hielt er nämlich an jedem Sabbat vor einemgroßen Publikum Vorträge-). Er war gut philosophisch geschult.Gewiß zum Aergerniß seines kabbalistisch-düstern, fanatischen Vaters,welcher Philosophie als ein Grundübel verdammte, Aristoteles in dieHölle verwünschte und selbst Maimuni verketzerte, vertiefte sich seinSohn Joseph mit ganzer Seele in die aristotelisch-maimunische Lehreund war so heimisch darin, daß er Commentarien zu Aristoteles*Seelenlehre und Ethik und zu einigen philosophischen Schriften desAverroes schrieb ^). Er sagte Gott Preis dafür, daß er dem HeidenAristoteles von seiner Weisheit gespendet habe. Er bemühte sichnachzuweisen, daß der Philosoph von Stagira keineswegs die göttlicheVorsehung über die Menschen geleugnet habe. Joseph Jbn-Schem-Tob scheute sich nicht seinen Vater gleich Anderen dieses Schlagesdes Jrrthums zu zeihen, wenn sie behaupteten: die Anwendung derhöheren philosophischen Erkenntnis; auf die Religion sei vom Uebel.Sie sei vielmehr erforderlich zur Erreichung der hohen Bestimmung,(behauptete er), zu welcher der Mensch und besonders der Israelit berufenworden. Der philosophisch gebildete Jude, welcher die religiösen Pflichtendes Judenthums gewissenhaft erfüllt, werde gewiß weit eher sein hohesZiel erreichen, als derjenige, welcher sie blos blindlings ohne Einsichtund Bewußtsein übe. Die Wissenschaft habe auch darum einen hohenWerth, weil sie den menschlichen Geist vor Abwegen und Jrrthümernwarne. Denn es liege einmal in der Eigenthümlichkeit des unvoll-kommenen menschlichen Wissens, neben Wahrheiten auch Jrrthümer zu

*) Von der Kabbala spricht Albo I. s. 20; III. o. 25; IV. o. 41; undvom Sohar IV. e. 82.

2) S. Note 4. II.

2 ) Das. Seine Commentarien zu Jbn-Roschd's 21,721,1 niiL-sx, zuAlexander Aphrodisias' 10 x 2 (äs intelloetu), Vers. Oct. 1454, und seinCommcntar zu Aristoteles' Ethik, vollendet 1. Nissan 20. März 1455, sindnoch handschriftlich vorhanden. Schon in der Jugend verfaßte er ein kleinesWerk über Ockonomie w 2 n n:i),i, wohl nach aristotelischen Principien, MunkLlslaugvs p. 507.