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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Albo's Religionsphilosophie.

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Gesetzesoffenbarungen. Adam habe der Schöpfer sofort nach seinerErschaffung gewisse Vorschriften gegeben und eingeschärft. Dieses seials die er st e, elementare, einfache, göttliche Gesetzgebunganzusehen. Diese sei später vermehrt und sogar verändert worden,durch neue Vorschriften an Noah und seine Söhne, die für sämmt-liche Völkerschaften, welche von diesen abstammen, also für dieNoachiden, verpflichtend sein sollten. Eine Offenbarung Gotteswurde ferner Abraham zu Theil, ebenfalls mit gesetzlichem Charakter wie die Beschneidung. Die sinaitische Offenbarung mit ihrenzahlreichen Gesetzesvorschriften sei als die vierte Gesetzgebung zubetrachten.

An diesem Punkte angelangt, erörtert der Neligionsphilosophvon Soria die Frage: Kann die sinaitische Gesetzesoffenbarung, dasJudenthum, jemals eben so abgeändert werden, wie die frühern durchdiese verändert worden sind Diese Frage erforderte um so eher einebesonnene Untersuchung, als die Vertreter des Christenthums dieJuden mit der Behauptung plagten: Die Christuslehre sei ebenfallseine neue Offenbarung, durch denneuen Bund" sei deralte" auf-gehoben, durch das Evangelium sei die Thora erfüllt, d. h. außerKraft gesetzt. Um nicht in den Consequenzen seines eigenen Systemsgefangen zu werden, griff Albo zu einer eigenen Unterscheidung.Dasjenige, was Gott einmal selbst und unmittelbar geoffenbarthabe, sei eben dadurch unabänderlich und für alle Zeiten verbindlich,dagegen könne wohl dasjenige, welches lediglich durch einen pro-phetischen Mittler mitgetheilt worden, eine Veränderung oder garAufhebung erleiden. Die Zehngebote, welche das israelitische Volkam flammenden Sinai unmittelbar aus Gottes Munde vernommen,seien unabänderlich; darin seien die drei Hauptprinzipien einer gött-lichen Gesetzgebung niedergelegt. Die übrigen Gesetzesvorschriften desJudenthums dagegen, die dem Volke lediglich durch Mose vermitteltworden waren, könnten wohl abgeändert oder gar außer Kraft gesetztwerden. Es sei auch geschichtlich vorgekommen, daß ein Prophet dieAussprüche eines anderen aufgehoben habe. Die Vorschrift, die Mo-nate mit dem Frühlingsanfänge, mit dem Nissan zu zählen, sei nachdem babylonischen Exils außer Brauch gekommen und dafür derJahresanfang mit dem Herbst, dem Monat Tischri, eingeführt worden.Esra habe statt der althebräischen Schriftzeichen die neuen, assyrischen fürdie heilige Schrift angenommen H. Indessen sei die Veränderungs-fähigkeit eines Theils oder gar des größten Theils der judenthüm-

H IlrklU'iiv I. c. 25.