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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

zu beweisen; denn diezukünftige Welt", welche die talmudischeAgada lehrt, steht mit dem Glauben an die Auferstehung im Zu-sammenhang und wird ebenfalls als ein wunderbarer Vorgang aufErden betont. Indessen bot ihm die bunte Agada-Literatur einigeAnhaltspunkte, an welche er seinen Hauptsatz von der geistigen Un-sterblichkeit und Seligkeit anlehnen konnte i).

Das Judenthum ist also, nach Albo, eine Veranstaltung Gottes,um dessen Bekenner zur ewigen Seligkeit zu bringen. Darum ent-halte das Judenthumdie göttliche Gesetzgebung" (vab Mobil), soviele Neligionsgesetze 613, nach der üblichen Zählungsweisedamit es jedem Einzelnen möglich sei, sein Seelenheil zu fördern.Denn auch nur eine einzige Religionsvorschrift mit Sinn und Andachtohne Nebengedanken und Nebenzwecke erfüllt, führe zur Seligkeit.Die Thora habe demnach mit ihren gehäuften Verpflichtungen ihrenBekennern nicht eine Last auflegen und nicht, wie die christlichen Lehrerbehaupten, die Juden unter den Fluch stellen wollen, wenn sie nichtsämmtliche Gebote erfüllten, sondern im Gegentheil den Weg zurhöheren Vollkommenheit erleichtern wollen. Darum heiße es in derAgada: sämmtliche Israeliten haben Antheil an dem ewigen Leben(Olain ba-La); denn jeder könne auch durch eine einzige religiösePflichterfüllung dazu gelangen ^).

Freilich gebe es auch Stufen in der Seligkeit. Je mehr Re-ligionspflichten Jemand erfüllt, je beständiger er darin ist, je mehrreligiösen Sinn er damit verbindet, desto mehr Lohn habe er zuerwarten, d. h. desto höher sei seine Stufe jenseits. Den höchstenGrad von Vollkommenheit erreiche derjenige, der die ihm obliegendenReligionsvorschriften aus reiner Liebe zu Gott und mit innerer Freudeausübt b). Die Bekenner des Judenthums seien aber nicht allein zurSeligkeit berufen, sondern, da alle Menschen Gottes Geschöpfe sind,habe er auch sie des ewigen Lebens theilhaftig werden lassen wollen.Darum stellte auch der Talmud den Lehrsatz auf:Die Frommenaller Völker haben Antheil an der Seligkeit". Zu diesem Zweckehabe Gott auch für dieselben, für die außerjüdischen Völkerschaften,Religionsvorschriften geoffenbaret, nämlich die sieben noachidischen Ge-bote^). Wer von den Nichtjuden dieselben erfülle, könne damit seineSeligkeit begründen. Albo findet eine Bestätigung seiner Ansicht vonder Nothwendigkeit einer göttlichen Leitung der Menschendurch Gesetze in der freilich in der Bibel blos angedeuteten, vomTalmud dagegen bestimmter formulirten Aufeinanderfolge mehrereri) Das. IV. e. 31. 2 ) Das. I. e. 21, III. o. 29.