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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Albo's Glaubenslehre.

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Lehre zur Erziehung geoffenbaret habe, und endlich müsse sie eine an-gemessene Vergeltung für Handlungen und Gesinnungen enthalten.

Den ersten Punkt, das Dasein Gottes, zu beweisen, war fürAlbo kein so dringendes philosophisches Bedürfniß. Ihm genügte es,daß die Philosophie dafür unter vielen schwachen, auch einige haltbareBeweise aufgestellt hat *) und darin mit der Voraussetzung der Religionübereinstimmt. Wichtiger war es ihm, den zweiten Punkt, die Noth-wendigkeit einer göttlichen Gesetzgebung, zu beweisen.Wenn die andern Naturbildungen in ihrer aufsteigenden Stufenreihenicht nur einen eigenen Zweck haben, sondern ihn auch erreichen, wennim Menschen sämmtliche Organe und Funktionen die ihnen zugemesseneBestimmung erfüllen, so müsse doch nothwendiger Weise der Geist desMenschen, worin eben dessen Ueberlegenheit über die niedere Weltbesteht, und welcher sein Wesen ausmacht, so müsse also dieser Geistohne Zweifel nicht nur ein Ziel haben, sondern es auch erreichenkönnen. Dieses Ziel könne aber nicht, wie die Philosophen behaupten,die theoretische Vervollkommnung sein, den Allgeist in sich aufzunehmenund mit ihm Eins zu werden. Denn die Stufe methaphysischer

Ausbildung sei lediglich für sehr wenige, besonders begabte Menschenerreichbar, etwa für einen Sokrates und Platon. Nach dieser An-nahme würde also der Geist aller übrigen Menschen nicht nur ineinem einzigen Zeitalter, sondern seit dem Bestände des Menschen-geschlechts sein Ziel nicht erreichen, also müßig und zwecklos sein.Man müsse daher vielmehr annehmen, wenn der menschliche Geistnicht hinter dem Sandkorn und dem Grashalm zurückbleiben soll,daß jeder Mensch eine gewisse Vollkommenheit erlangen könne, wenner nur die rechte Thätigkeit anwendet. Diese Thätigkeit, welche denZweck des Geistes erreichen helfen soll, könne wiederum nicht bloseinseitig theoretisch sein, etwa bloßes Denken oder in sich selbst Ver-tiefen, mit einem Worte das Philosophien, da der menschliche Geistmit einem Körper gepaart ist, der Mensch also aus einer Doppel-natur besteht. Seine Thätigkeit zur Erreichung des ihm gestecktenZieles müsse demnach zugleich geistiger und körperlicher Artsein. Wie sollen nun die Handlungen des Menschen beschaffen sein,damit er zu seiner Vervollkommnung gelange? Sie müssen nothwendigerWeise schon vorher fest bestimmt sein, ehe der einzelne Mensch sieseiner Prüfung unterwirft, sonst würde er im Dunkeln tappen unddes rechten Weges verfehlen. Man könne auch nicht zugeben, daßdas Betragen der Mehrzahl der Menschen für den Einzelnen die

») Das. II. o. 45.