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Geschichte der Juden.
allein zur Höhe einer Wissenschaft ausgebildet wurde, hatte in diesemZeitabschnitte ihre letzten Vertreter in Spanien. Dieselben Männer,welche das Judenthum gegen die Anläufe des Christcnthums in Schutznahmen, vertheidigten es auch gegen die jüdischen Finsterlinge, welchealles Licht daraus verbannen und gleich den Dominikanern den blindenGlauben statt vernünftiger Einsicht begründen wollten. Eiferer wieSchem-Tob, Jbn-Schem-Tob (o. S. 97) und Andere, einseitig imTalmud erzogen und von der Kabbala irre geleitet, sahen in derwissenschaftlichen Forschung einen Abweg zur Ketzerei. Durch dieWahrnehmung, daß gebildete Juden zumeist den Bekehrungsversuchendes Vicente Ferrer und des Papstes Benedictus erlagen, wurdenMänner von Schein-Tob's Schlage in ihrer Ueberzeugung bestärkt,daß wissenschaftliche Bildung, ja Nachdenken über Religion überhauptunrettbar zum Abfall führe. Die Verketzerung der Wissenschaft führtesie folgerichtig zur Verdammung Maimuni's und aller der jüdischenDenker, welche der Vernunft in religiösen Dingen eine gewichtigeStimme einräumten. Gegen diese Verketzerungssucht trat Joseph Aldoin die Schranken und verfaßte eine ausführliche religionsphilosophischeSchrift (Illirarim, Grundlehren), worin er die wesentlichen Glaubens-lehren des Judenthums von den unwesentlichen zu scheiden und dieGrenzlinie zwischen Gläubigkeit und Ketzerei festzustellen suchte.
Joseph Albo (geb. um 1380, gest. um 1444 Z aus Monreal,
H Das Todesjahr des Verfassers von Illkurün hat sein UebersctzcrL- Schlesinger im Vorworte richtig ermittelt. Bei Fixirung seines Geburts-jahres dagegen ließ er sich von dem falschen Datum leiten, daß Albo's LehrerChasdai bereits 1380 gestorben sei, und mackste ihn daher um 30 Jahre älter.Man kann dabei nur von dem Momente ausgehcn, daß Albo bei der Dis-putation von Tortosa 1414 mindestens ein Dreißiger gewesen, und also um 1380geboren sei. Die religionsphilosophischc Schrift Illllai-iiv ist nach Zacuto 1428verfaßt, gedruckt wurde sie sehr früh, Princcps-Edition Soncino 1485; über-setzt wurde sie ins Lateinische von Matthias Elias und thcilwcisc von GilbertGcncbrard, von Pertsch und Andern (vergl. die Bibliographen). Daß Albobei Abfassung dieser Schrift nicht mehr in Monreal, sondern in Soria (Alt-castilicn) lebte, bezeugt er selbst in der Einl. >-u,n in ii>,i
ve-ni. In diesen Worten scheint eine unfreiwillige Auswanderung zu liegen.In Soria war er noch 1483, wie Zacuto rcfcrirt: biv nin ev 2
nbn -IM' e>ii ... (sck. Illlixorvsllr x. 226). Seinephilosophische Schrift ist zunächst gegen die Verketzerer gerichtet (I. 2):
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ui. Er scheint hier Schem-Tob im Sinne gehabt zu haben, der inseinem nvrrn Maimuni und alle Denker verketzerte. — Daß Albo Arzt war,folgt aus der in Illllnriin vorkommenden Beschreibung von Medikamenten. Daßer Prediger war, crgicbt sich nicht blos aus der Notiz bei Zacuto, sondernauch aus der ganzen Darstcllungsweise im Illllarim.