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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Salomo Daran.

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nicht mehr verbindlich erklärt. Der Rabbiner von Algier zeigt darineine außerordentliche Belesenheit in den ncutestamentlichen Grundschriftenund eine gründliche Vertrautheit mit den Kirchenschrifteu, bekämpftbeide mit den daraus entnommenen Waffen und übt eine schonungs-lose Kritik gegen dieselben. Unter Andern greift er die angeblicheAbstammung Jesu vom Hause David's, wie es im Matthäi- undLucas-Evangelium dargestellt ist, an und weist deren unlösbare Wider-sprüche nach. Er erzählt, er habe zwei edle französische Christenkennen gelernt, welche gerade an dieser widerspruchvollen GenealogieJesu ein so unüberwindliches Aergerniß genommen hätten, daß siezum Judenthume übergingen. Unter Mohammedanern lebend, nahmSimon Duran auch auf den Islam Rücksicht und entkräftete die Be-weise, welche dessen Bekenner für die Bewahrheitung ihrer Religiongeltend zu machen pflegten.

Salomo Duran I. (geb. um 1400, gest. 1467 i), der seiuemVater im Nabbinate von Algier nachfolgte, verband mit tiefer Talinud-kun'oe eine entschiedene Neigung für eine vernunftgemäße Auffassungdes Judenthums. Im Gegensatz zu seinem Urahnen Nachmani undzu seinem Vater war er ein abgesagter Feind der Kabbala. Er ver-faßte bei dessen Leben und in dessen Aufträge eine Widerlegungs-schrift gegen die unverschämten und lügenhaften Anklagen des Geronimode Santa-Fs wider den Talmud. In einer eingehenden Abhandlung(Brief des Pflichtenkrieges-) widerlegt Salomo Duran glücklich dieplumpen Ausfälle des Apostaten. Er weist namentlich den Vorwurfzurück, als wenn der Talmud Unkeuschheit lehrte, während er geradedie äußerste Strenge der Enthaltsamkeit einschärft. Die Juden,welche nach talmudischen Vorschriften lebten, hielten sich von fleisch-lichen Vergehen gewissenhaft ferne, verabscheuten nichts mehr alssolche und wiesen mit Fingern auf diejenigen, welche sich solche zuSchulden kommen ließen. Wie wollten die Christen den JudenUnkeuschheit zum Vorwurf macheu, sie, deren Frömmste täglich einLaster begehen, das man vor keuschen Ohren gar nicht zu nennenwage, und das alsMönchssünde" (psoonto äs'i trati) bezeichnetwerde! Um aber die Anschuldigungen gegen unanständige Agada-Aussprüche ebenfalls zu widerlegen, mußte Salomo Duran zuSophistereien Zuflucht nehmen.

Die Religionsphilosophie, welche von jüdisch-spanischen Denkern

Bergt, über ihn die Biographen und Senior Sachs Xsi-sva Lllswsä IX.x. 114 ff. Sein Todesjahr nach einer Tradition bei Asulal s. v. p?-.

2) n-nn verfaßt 1437, zusammen edirt mit vV?; vcrgl.

oben S. 166 Anmerk. 1.