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Geschichte der Juden.
welche, wenn streng eingehalten, zu einem Ziele führen müßten. Zuallererst sollten Juden, welche zu disputiren aufgefordert werden, stetsden einfachen Sinn der heiligen Schrift festhalten, immer auf denZusammenhang sehen und sich namentlich nicht auf allegorische undtypologische Auslegung einlassen; denn eben darin hatten die Vertreterdes Christenthums Spielraum für ihre willkürliche Deutelei. Fernersollten jüdische Disputanten erklären, daß sie weder der chaldäischenUebersetzung der Bibel (ll?ar§um), noch der griechischen (SoxtuaZints,)irgend welche Autorität in Glaubenssachen einräumten, denn nurdaraus nähmen die Christen ihre Scheinbeweise. Selbst die agadischeAuslegung sollten sie geradezu preisgeben und sich nicht scheuen, aus-zusprechen, daß diese für die Glaubenslehre des Judenthums keinGewicht hätte. Mit diesen und anderen Regeln ging Chajim Jbn-Musa daran, die Schrift des Nicolaus de Lyra von Anfang bis zuEnde zu widerlegen und führte seine Sache siegreich durch in einerumfangreichen Schrift, die er mit Recht „Schild und Schwert"nannte. —
Zwei Schriftsteller, Vater und Sohn, die zwar in Algierwohnten und also dem Schauplatze, wo der Bekehrungseifer seineNetze auswarf, entrückt waren, aber durch Abstammung und BildungSpanier waren, bereicherten ebenfalls die Streitschriften-Literaturgegen das Christenthum: Simon-Duran Ben-Z ein ach und seinSohn Salomo Dur an. Der Elftere (geb. 1861, gest. 1440), hatin seiner, so zu sagen philosophischen Beleuchtung des Judenthumsauch dem Christenthum ein Capitel gewidmet, um die Unverbrüchlich-keit der Thora gegen die Einwürfe von christlicher und moham-medanischer Seite zu widerlegen. In diesem Capitel „Bogen undSchild" betitelti), „zur Abwehr und zum Angriff" führte SimonDuran den bereits von Aelteren und zuletzt von Profiat Duran(o. S. 89) ausgestellten Nachweis durch: daß Jesus das Judenthumkeineswegs habe aufheben wollen. Er habe im Gegentheil dessen fort-dauernde Gültigkeit scharf betont, und erst seine Jünger, welche dieHeidenwelt für den Messias gewinnen wollten, hätten gegen die Ab-sicht des Stifters die jüdischen Religionsgesetze für aufgehoben und
*) Simon Duran's nvp, versaßt 1423, unvollständig cdirt in dempolemischen Sammelwerke von p. 38li bis p. 63, ist dort fälschlich
unter dem Namen seines Sohnes Salomo Duran mitgcthcilt. Es gehört näm-lich dem Vater an und bildet einen Theil von dessen pr> (cdirt 1785)
und zwar zum vierten Kapitel des zweiten Thcilcs, betitelt wma, Esist vollständig gedruckt Livorno 1785 zusammen mit der polemischen Schriftseines Sohnes.