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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Chajim Jbn-Musa.

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den Ton, der damals in Spanien herrschte, ehe die finstere Inquisitionjede freie Aeußerung verstummen machte. Ein gelehrter Geistlicherfragte ihn einst: Warum denn die Juden, wenn sie nach ihrer Be-hauptung den rechten Glauben haben, nicht wieder in den Besitzdes heiligen Landes und der heiligen Stadt gelangen. Darauf er-widerte Jbn-Musa: Da sie es durch die Sünden der Väter einge-büßt haben, so könnten sie es erst durch vollständige Sühne undLäuterung wiedererlangen. Allein, so formulirte er eine Gegenfrage:Warum sind denn die Christen nicht noch im Besitze des heiligenGrabes, warum befindet dieses sich vielmehr so wie sümmtlichePassionsstätten in den Händen der mohammedanischen Ungläubigen,trotzdem, daß die Christen sich jeden Augenblick durch Beichte undAblaß vom ersten besten Priester von Sünden frei machen könnten?Ehe sich noch der Geistliche auf eine passende Entgegnung besinnenkonnte, nahm ein anwesender Ritter das Wort, welcher sich früher inPalästina umgesehen hatte. Er bemerkte: daß die Mohammedanerallein es verdienten, die Tempelstütte und das heilige Land zu besitzen,weil weder Christen, noch Juden so wie jene die Bethäuser in Ehrenhalten. Die Christen begingen in den Nächten vor Ostern (Vigilien)in den Kirchen Jerusalems den schändlichsten Unfug, trieben Unzuchtdarin, beherbergten Diebe und Mörder und führten darin gegenein-ander blutige Fehden. Sie entehrten ihre Kirchen ebenso, wie früherdie Juden ihren Tempel. Darum habe Gott in seiner Weisheit dieheilige Stadt den Juden und den Christen entrissen und sie den

Mohammedanern anvertraut, weil sie in ihren Händen vor Entweihungsicher sei. Zu dieser Bemerkung mußte der christliche Priester wieder jüdische Arzt beschämt schweigen.

Chajim Jbn-Musa verlegte sich darauf, die Hauptquellen für dieAngriffe gegen das Judenthum, woraus die Christen damals schöpften,die Schriften des Franciskaners Nicolaus de Lyra (Vll.z 339) zuverstopfen, nicht bloß die dort aufgeführten Behauptungen zu wider-legen, sondern ganz besonders den Boden zu entziehen, aus dem sieihre Nahrung schöpften. Die Disputationen, so oft sie sich auch

wiederholten, führten deswegen zu keinem Ergebnisse und ließenbeide Parteien an ihren Sieg glauben, weil sie sich meistens um

untergeordnete Punkte drehten, namentlich weil die Parteien sichnicht über gemeinsame Voraussetzungen verständigten und beide aufGrund unerwiesener Punkte hin und her stritten. Chajim Jbn-Musawollte nun das Disputiren in eine gewisse Ordnung bringen unddie Grundsätze ins Licht setzen, wie die Vertheidigung des Juden-thums geführt werden sollte. Er stellte daher gewisse Regeln auf.