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Geschichte der Juden.
um 1400, gest. als Märtyrer um 1460 *), der ein fruchtbarer Schrift-steller, ein beliebter Prediger war und am castilianischen Hofe ver-kehrte (o. S. 141), schärfte ebenfalls Pfeile, um die Unhaltbarkeitund Vernunftwidrigkeit der christlichen Dogmen ins Licht zu setzen.
Bei seinem häufigen Verkehr mit hochgestellten Christen, Geistlichen
wie Laien, wurde er genöthigt, sich mit dem ganzen Umfange derchristlichen Theologie vertraut zu machen, um die Zumuthungen zurBekehrung durch triftige Gründe abweisen und die oft vernommeneBehauptung von der Entwerthung des Judenthums durch das Christen-thum widerlegen zu können. Oester mußte er zu Religionsgesprächenherhalten, um sein Bekenntniß zu vertheidigen, und er legte die gewonnenenErgebnisse seiner Unterredung und Forschungen in einer kleinen Schriftnieder, unter dem Titel „Zweifel an Jesu Religion" 2). Joseph Jbn-Schem-Tob kritisirte darin mit einschneidenden Gründen die Dogmenvon der Erbsünde, der Erlösung und der Fleischwerdung. Außerdem
gab er zur Belehrung seiner Glaubensgenossen einen ausführlichen
Commentar zu Profiat Duran's Satire gegen das Christenthum (o.S. 87) und machte die polemische Schrift des Chasdal Crescasgegen die christliche Religion, welche in spanischer Sprache verfaßtwar (o. S. 86), durch eine hebräische Uebersetzung zugänglich.Denn merkwürdiger Weise lasen die spanischen Juden im Allgemeinenmehr hebräisch geschriebene Schriften, als solche, welche in der Landes-sprache verfaßt waren ^). Joseph Jbn-Schem-Tob wollte damit seinenStammgenossen Waffen in die Hände geben, um ihr Heiligthum ver-theidigen zu können.
Unter den Verfassern der Streitschriften gegen das Christenthumverdient ein Zeit- und Altersgenosse des Joseph Jbn-Schem-Tobeinen besonderen Platz, obwohl sein Name bisher verschollen war.Chajim Jbn-Musa, aus Bejar in der Gegend von Salamanca(geb. um 1390, gest. um 1460 ^), ein kundiger Arzt, Verskünstler undSchriftsteller, hatte vermöge seiner ärztlichen Geschicklichkeit Zutritt zuden spanischen Großen und zum Hofe. Auch er hatte oft Gelegenheit,mit Geistlichen und gelehrten Laien über Glaubenslehren zu dis-putiren. Ein Gespräch, das Chajim Jbn-Musa mittheilt, charakterisirt
*) Vergl. Note 4.
2) -irm ,L" .nsxL bx Handschrift der Scminarbibliothek Nr. 38.
°) In der Einleitung zur Uebersetzung der Schrift: oder bina
wnLn.i 'ipr (vergl. Note 2) bemerkt Joseph: ivn m-mn 211 nM.i vLnL
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4 ) Vergl. Note 4 III.