Abwehr gegen das Christenthum.
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Er stellte endlich ein mühsames Werk zusammen, welcher Anderen dieAbwehr von Angriffen auf das Judenthum erleichtern sollte. IsaakNathan mußte öfter bei seinem Verkehr mit Christen diesen undjenen Einwurf gegen das Judenthum, diesen und jenen Beweis ausder hebräischen Bibel für christliche Glaubenslehren anhören, und erfand, daß dieses Alles auf einem mißverstandenen hebräischen Aus-druck beruhte. Dieser aus Unkenntniß des Urtextes entsprungenenFaselei und Deutelei glaubte er ein Ende machen oder wenigstens denJuden die Widerlegung erleichtern zu können, wenn er einen um-fassenden Ueberblick über den ganzen Sprachschatz der Bibel gebenwürde, wodurch sich die richtige, unverfängliche, jeder Willkür wider-strebende Bedeutung der Wörter und Verse von selbst ergeben müßte.In der kürzesten Zeit könnte dann sich jeder durch den Ueberblick be-lehren, nicht nur wie oft jedes Wort in der Bibel vorkommt, sondern auchwelche Bedeutung ihm im Zusammenhänge zukäme. Zu diesem Zweckeunternahm Isaak Nathan eine Riesenarbeit, der er eine Reihe vonden Jahren seines Lebens widmete (Sept. 1437—1445). Er stellteeine Bibel-Eon cordanz zusammen, d. h. er gruppirte die Bibel-verse in alphabetischer Ordnung unter die Schlagwörter nach Wurzelnund Stämmen. Zum Muster diente ihm dabei die lateinische Con-cordanz der Bibelstellen des Franciskaners Arlotto de PratoH,welche aber einen ganz andern Zweck hatte, nämlich den Predigern einHilfsmittel für Auffinden von Texten zu bieten. Isaak Nathan (dernoch verschiedene andere Schriften verfaßte) hat, obwohl seine Arbeitrein mechanischer Natur war, mit seiner Concordanz der Bibelkundeeinen außerordentlichen und bleibenden Dienst geleistet. Denn erst da-durch wurde es möglich gemacht, eine gründliche Schriftauslegung an-zubahnen und aus dem Gebiete der Willkür und des Hin- und Her-rathens zu einer sichern Grundlage zu gelangen. Die Nathan'scheConcordanz ist zwar nicht ohne Mängel, sie ist sogar noch heutigenTages nicht ganz vollendet, obwohl Spätere die verbessernde Handdaran gelegt haben. Aber sie hat einen festen Grund gelegt, aufdem weiter gebaut werden kann. Hervorgegangen aus einem vorüber-gehenden polemischen Bedürfnisse, hat die Concordanz die dauerndenSiege ermöglicht, welche das Judenthum im Laufe der Zeiten bereitserrungen hat oder noch erringen,soll.
Der philosophisch gebildete Joseph Jbn-Schein-Tob (geb.
ft Die erste lateinische Concordanz legte Hugo a. St. Caro an 1244,dann Arlotto de Prato um 1290, vermehrt wurde sic auch für die Partikelnvon Conrad von Halberstadt um dieselbe Zeit.
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