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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Abwehr gegen das Christenthum.

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die Nothwendigkeit, daß Gott einzig sei, weitläufig auseinandersetzte,unterbrach ein schlichter Mann das Geschwätz mit den Worten:Einstüberfielen mich christliche Eiferer in Sevilla, raubten mir Hab undGut, verwundeten mich und ließen mich zum Tode ermattet liegen.Ich erduldete dieses Alles für das Bekenntnis;, daß unser Gott einzigist. Jetzt will man uns diesen Glauben durch philosophischen Krims-krams beweisen. Ich mag eine solche Predigt nicht anhören". Erverließ darauf das Bethaus und viele Gemeindeglieder folgten seinemBeispiele *).

Die Streitschriften-Literatur, welche in dieser Zeit reichlich an-gebaut wurde, hatte mehr den Zweck, die Verunglimpfung undSchmähung des Judenthums abzuwehren, als etwa eine Christen-seele für das jüdische Bekenntniß einzufangen. Sie beabsichtigtelediglich, den Glaubensgenossen die Augen zu öffnen, damit sie nichtdurch Unwissenheit und Blendung in die ihnen gelegte Falle geriethen.Allerdings mag sie auch berechnet gewesen sein, die Neuchristen, welchedie Todesgefahr der Kirche zugeführt hatten, aufzurütteln, daß sieaus dem Scheine nicht Ernst machen und nicht durch Gewöhnungim Christenthume Befriedigung finden mögen. Die meisten Streit-schriften waren daher Vertheidigungsschriften zum Theil gegen dieAngriffe von alter Zeit, besonders aber gegen die judenfeindlichenSchriften der Gegenwart, aus der Feder marranischer Gegner. Wieviele schwankende Juden mögen durch den aufrichtigen oder erheucheltenEifer solcher aus ihrer Mitte hervorgegangenen, mit dem jüdischenSchriftthum vertrauten Bekehrer hinübergezogen worden sein?^)

Das Verdienst der Männer, denen der Bestand des Judenthumsam Herzen lag, ist daher nicht hoch genug anzuschlagen, daß sie sich,nicht ohne Gefahr, vor den Riß stellten und belehrende Schriften insVolk hineinwarfen, um die Glaubenstreue zu kräftigen. Vor allemwaren es dieselben Männer, welche beim Religionsgespräche vonTortosa eine so feste Haltung gezeigt und auch den Talmud gegendie bodenlosen Schmähungen in Schutz genommen (o. S. 121), dieauch durch Schriften den Angriffen von feindlicher Seite entgegen-traten : Don Vidal Jbn-Labi und Joseph Albo. Der Erstereverfaßte eine Gegenschrift in hebräischer Sprache gegen Geronimo'sAnschuldigungen wider den Talmud (Loässoll ba - Lioäasolliva ^).Joseph Albo schrieb ein Religionsgespräch, das er mit einem hohen

r) Vergl. Note 4. III.

2) Chajim Jbn-Musa liefert eine interessante Notiz darüber in seinemWerke; vergl. Note 4. III.

2) Vergl. Note 3.

Graetz, Geschichte der Juden. VIII.