Mose da-Rieti.
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Dagegen nahm er unbedeutende Personen aus der jüngsten Ver-gangenheit in seinen dichterischen Himmel auf, wenn sie sich auchdurch nichts als durch eine verkehrte Frömmigkeit ausgezeichnet haben.Der witzig-lustige Immanuel hätte dafür dankbar sein müssen; denner hätte es in da-Rieti's langweiligem Paradiese nicht aushaltenkönnen. Nur nach einer Seite bildet da-Rieti's Gedicht einen Fort-schritt in der nenhebräischen Poesie. Der jüdisch-arabische Versbaumit eintöniger Reimendung ist bei ihm vollständig überwunden undabgethan. Seine Klangendungen haben Wechsel und Mannigfaltigkeit.Das Ohr wird nicht durch ewige Wiederholung desselben oder einesgleichklingenden Reims ermüdet. Die fortlaufende Reihe von Versengliedert sich bei ihm in Stanzen. Auch die Unart der jüdisch-spanischen Dichter, mit Bibelversen zu spielen, vermied er sorgfältig.Da-Rieti hatte die richtige äußere Form für den neuhebräischen Vers-bau gefunden; aber er war nicht im Stande, dieser Form einenschönen, ja auch nur einen ansprechenden Inhalt zu geben. Dennochhaben die italienischen Gemeinden eine Partie ans da-Rieti's Gedichtenin ihren Gottesdienst gezogen und je einen Theil daraus jeden TagrecitirtH. In Nom war er einmal gezwungen einer Bekehrungs-predigt beizuwohnen, welche die Päpste den Juden als Zwang auf-gelegt haben. Als da-Rieti aber den Dominikaner, welcher in derPredigt die heftigsten Ausfälle gegen das Judenthum gemacht hatte,widerlegen wollte, entzog sich dieser der Controverse ^).
Auf der pyrenäischen Halbinsel, wo der Pulsschlag des geschicht-lichen Lebens unter den Juden, trotz zunehmender Schwäche, nochimmer stärker war, als in den übrigen Ländern der Zerstreuung,hatten die beiden geistigen Tätigkeiten, welche früher zur Zeit derBlüthe alle Seelenkräfte in Spannung gesetzt hatten, die Vertiefungin die talmudische Forschung und das leichte Spiel des dichterischen
eine Art Dialog zwischen Xonki und LInellln voran, genannt w^.i ix-als dessen Verfasser zum Schlüsse Mose da-Rieti genannt ist. Es ist einephilosophisch-religiöse Meditation, worin die Bedeutung der Tcmpclornamenteund Tempelgcfäßc auseinander gesetzt wird, ohne bcsondern Werth. Auch inder Loälsinlw enthalten. — Noch ist zu bemerken, daß nach Angabe des Kab-balisten Elia Markiano (oder Marciano blühte XVl snscul. Verfasser desonwn lVIs.), da-Rieti sich ganz und gar der Kabbala hingegebcn und imAlter seine wisscnschastlichc Richtung bereut habe. Vergl. Carmoly im OrientJahrg. 1841. Ltb. col. 235.
Nichtige Bemerkung Goldenthals, Vorwort x. XXVI.
In einem Manuskript der Locllsiann Xo. 818, welches da-Rieti'sAphorismen enthält, ist eine Notiz angebracht: i-'i ai.n -wn
iLM i'Lv.-w i.-r nun