156
Geschichte der Juden.
dieser Zeit auf, welche man mit weitgehender Nachsicht als Dichter be-zeichnen kann, d. h. die noch in ihren Reimereien die poetische Formbeachtet haben, obwohl in dieser Zeit viel gereimt und vertificirt wurde.
Salomo Dafiera ^), Don Vidal Benveniste, der Haupt-sprecher von jüdischer Seite bei der Disputation von Tortosa, undSalomo Bonfed waren noch die bedeutendsten. Der Erstere, einAbkömmling des Dichters Meschullam Dafiera aus Südfrankreich, dergegen die Maimunisten Partei genommen, (Vll.g 52), hat bei den Ver-folgungen in Spanien viel gelitten und bei Benveniste Jbn-Labi eineZufluchtsstätte gefunden. Er war ein Dichter von Profession, besaß einegroße Gewandtheit in der Reimprosa und in künstlicher Versification,stellte ein vollständiges Reimlexicon zusammen und schrieb eine ArtPoetik. Aber von ergreifender Dichtkunst hatte er keine Ahnung; seineVerse sind kunstgerecht, aber gedankenlos und schleppend, und seineProsa bis zur Ungenießbarkeit überladen. Nicht besser ist die poetischeLeistung des Don Vidal Benveniste Jbn-Labi^), der bei Dafierain der Poetik Unterricht genossen hat. Er dichtete eine moralisirendeParabel (Ü-Islira) von Epher und Dina in gereimter Prosa, ab-wechselnd mit Versen, die weiter nichts als gekünstelte Anwendungvon Bibelversen und Reimgeklingel ist. Die Parabel selbst ist ge-schmacklos. Ein abgelebter Mann (Epher), der eine tugendhafte Frauverloren hat, verliebt sich in eine dralle, junge Schönheit (Dina),inacht sich durch schwärmerische Bewerbung um ihre Hand lächerlichund verräth seine Mannesohnmacht in ihren Armen. Anstatt aber
es dem Leser zu überlassen, die Parabel selbst aufzulösen und dieAnwendung zu finden, begeht der Dichter Don Vidal die Geschmack-losigkeit, die moralische Nutzanwendung selbst zu machen. Er betheuert,
^'212' '2^2 >1' 2122 2'x2v22 2'2-2!!' M'ü'2 ^2 2'M!-i> VN ''8^.121!" (?) 22, . . '2 ,.121122,, 2 ^2,2 '2>m ,22112 22 2)12 2X2
i>N222 1!"N l-22 2^12 i>2 2»! 12,2^ ,2 2 1 12 ' ^ 1 12 2^2,2°, , 2i>!2bl2 21 l>!2^!2^ 212 " '222 221212 22 ll'lkw , 22121 !' 222 '2122 ,2 21 >2 2 2 an ,2 , 2 ix^21!" i>22 222 2,2W2 2,222 2,212 l-2, 'i>2 22 '2 ,(2,2 21,2) 2221,2 22? 2122 2,2,2
.... 2122N (2'2I2L') >:>!> '222
(Die eingeklammerten Verbesserungen sind von Kobak.
Nicht poetischer ist ein handschriftliches Klagelied im Besitze des HerrnHalberstamm, welches die Aufschrift hat: 122 x 12 , 212,22 i-x ,i" 2 °„ 2 , 2 ^ 12 ? -222 2 - 222 .Es zählt ebenfalls die leidenden Gemeinden auf.
r) Vcrgl. über ihn Krafft und Deutsch, Katalog der Wiener hebr. LIs.S. 119 ff. und Carmoly Orient Jahrg. 1840 Litrbl. aol. 282. Sein Reim-lexicon: emo ' 22 u und seine Gedichtsammlung (eigene und fremde): 2 -v > 22 xsind noch Handschrift. Proben seines Styls Note 8. Die Lautirung seinesNamens ist unsicher.
2 ) Vergl. über- ihn und das Bibliographische seiner 22-21 2 ox , 22-22 Note 3.