Garcia de Toledo.
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Marranen zusammengerufen und von zwei altchristlichen Kanonikernangeführt und aufgestachelt. Aufgeregt stürzte sie sich auf die
Besitzungen eines reichen Neuchristen, Alonso de Cota, zündetensie an und machten Anstalt, das ganze Viertel, wo meistens Marranenwohnten, in Brand zu legen. Bei der Aufregung, in welchedie ganze Hauptstadt gerieth, bewaffneten sich viele Neuchristen unterAnführung eines reichen Marranen Juan de la Cobdad, um derBrandstiftung Einhalt zu thun, sie wurden aber trotz tapferer Gegen-wehr zurückgeschlagen, ja, der Anführer und mehrere angesehene Neu-christen wurden getödtet, ihre Leichen dann von der aufgeregtenMenge im Triumph durch die Straßen geschleift und mit denFüßen nach oben an den Galgen gehängt (März 1440). Der KönigDon Juan und sein Minister Don Alvaro rückten zwar vor Toledomit dem Vorgeben, die Aufwiegler zu züchtigen. Aber der Ober-mundschenk und Großalkalde Pedro Sarmiento verrammelte diePforten vor ihnen, und sie zogen unverrichteter Sache ab. Alvaro,der sonst nicht mit sich trotzen ließ und das Ansehen des Königsnicht preisgab, hatte offenbar damit seinen feindlichen Sinn gegendie Neuchristen kundgeben wollen, weil sie gegen ihn heimlich wühltenund auf seinen Sturz sannen. Seine Gleichgültigkeit gegen den Auf-ruhr sollte ihnen zeigen, daß sie ohne seinen Schutz verloren sind.
Sarmiento ging noch einen Schritt weiter gegen die Marranen.Er ließ eine Art Tribunal und Cortesversammlung zusammentretenund setzte mit dem Procurador Garcia de Toledo ein Statutdurch, daß fortan kein Neuchrist mit irgend einem weltlichen odergeistlichen Amt betraut werden sollte. Dieses Statut wurde zum Unheilfür die Marranen verbreitet und hier und da als gesetzlich aner-kannt. Vergebens haben diese alle Mittel angewandt, um es als rechts-ungültig erklären zu lassen, und haben von dem Papste Nikolauszwei Bullen erwirkt, welche das Statut unwirksam machen sollten.Es blieb in Toledo in Kraft. Der Großalkalde Sarmiento entsetztedarauf dreizehn Marranen ihrer Aemter, darunter mehrere Richter,Rathsherren, öffentliche Notare, einen Alkalden und einen Syndikusbeim geistlichen Gerichte. Sie wurden als Ungläubige, Verräther,Verführer und Verderber von edlen Damen, Rittern und Adligengebrandmarkt ft.
Dafür haßten die Neuchristen quch den allmächtigen de Lunamit dem ganzen Ingrimm, den das wurmende Gefühl der Rachewegen erlittener Ungerechtigkeit und Entwürdigung nur einflößenkann. Ihm legten sie ihre so verzweifelte Lage zur Last, da er dochft .^rnaäor a. a. O. x. 92 fg., 207 fg.