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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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König Juan II.

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geschickten Heilkünstlern jüdischen und maurischen Glaubens ärztlichenRath annehmen oder Medizin einnehmen dürfe, wo kein christlicherArzt vorhanden. Juan II. machte es daher allen Magistratspersonenzur Pflicht, Juden und Mohammedaner, als unter des Königsbesonderem Schutz stehend, vor jeder Unbill zu wahren und diechristlichen Uebertreter durch Kerkerstrafe und Güterconfiscation zubestrafen. Sein Dekret sollte im ganzen Lande durch den öffent-licher Ausrufer in Gegenwart eines Notars bekannt gemacht werden.Freilich sollte darauf gesehen werden, daß die Juden und Mohamme-daner eigne Abzeichen an ihren Kleidern tragen und von Christengetrennt wohnen. Wo kein solches gesondertes Quartier vorhandensei, sollte es- ihnen zu ihrer Bequemlichkeit angelegt werden. DerKönig machte sich noch anheischig, vom Papst eine Milderung derin der Bulle enthaltenen Beschränkungen gegen die Juden und ihreBeschützer zu erlangen.

So wurden die Juden in Castilien mehr, als ihnen lieb war,in den Parteikampf gezogen. Schlimm genug war es für sie, daß sievon dem Schutze des Alvaro de Luna abhängig waren, der nur auspolitischer Berechnung die schützende Hand über sie hielt, und dessenunbeschränkte Macht .sich doch nur auf die Schwäche des Königs stützte.

In den Parteikampf unter Juan II. wurden auch die Marranenhineingezogen, die zum Theil diesen Kampf entzündet hatten. Unterden Zwangstäuflingen in Castilien und Aragonien von 1391 undvon 14121414 und ihren Nachkommen hielten sich diejenigen,welche den Gott ihrer Väter und sein Gesetz im Herzen trugen, fernvom politischen Treiben, zufrieden, wenn sie in Ruhe gelassen waren,gewissensbelastet, daß sie zur Schau die kirchlichen Riten mitmachenmußten. Sie strebten nicht nach Gütern und Auszeichnungen,sondern lebten in der Hoffnung, bald von diesem fürchterlichenGewissenszwang erlöst zu werden. Anders die weltlich gesinntenNeuchristen, zumeist gebildete, auch talmudisch geschulte Personen.Ihre Theilhaftigkeit an der christlichen Gemeinschaft suchten sie zuihrem Nutzen auszubeuten, Reichthümer und Ehrenstellen zu erlangen,drängten sich an Adelsfamilien heran, um sich mit ihnen zu ver-schwägern und dadurch zu Ansehen und Macht zu gelangen. Sodrangen sie in die Magistratssitze, in Richterämter und in die Cortes-Versammlungen, in die Negierungssphäre, in die akademischen Lehr-ämter und in die Kabinete der Jnfanten und Könige ein. InAragonien kamen Verbindungen des Klein- und Großadels mitMarranen so häufig vor, daß später behauptet wurde, es gäbe nureine einzige adlige Familie, welche nicht von jüdischem Blute ab-