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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Papst Eugenius IV.

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sollten keine neue Synagoge bauen, die alten auch nicht mit Prachtausbessern, in der Passionswoche sich nicht öffentlich blicken lassenund ja nicht Thüre oder Fenster öffnen dürfen. Zeugnisse vonJuden gegen Christen haben keinerlei Gültigkeit. Eugenius' Bulleschärfte nachdrücklich ein, daß kein Christ bei Juden in irgend einemdienenden Verhältnis stehen und nicht einmal für sie am SabbatFeuer anzünden dürfe, und das; die Juden, durch Abzeichen und eigeneTracht von den Christen unterschieden, eigene Quartiere einnehmensollten. Das Alles verstand sich für den Papst Eugenius von selbst.Jede Aeußerung eines Juden, die lästerlich gegen Jesus, die Gottes-mutter oder die Heiligen klänge, sollte vom weltlichen Richter strengbestraft werden. Diese Bulle sollte im ganzen Lande bekannt gemachtwerden und dreißig Tage darauf in Kraft treten. Jeder Ueber-treter sollte aufs Strengste geahndet werden. Wäre es ein Christ,so sollte er dem Kirchenbanne verfallen, und selbst wenn es derKönig oder die Königin sei. Wäre der Uebertreter ein Jude, sosollte dessen ganzes Vermögen, Bewegliches und Unbewegliches, vondem Bischof der Diöcese eingezogen und zu Kirchenzwecken verwendetwerden. Durch eigene Sendschreiben ermahnte Eugenius die casti-lianischen Kirchenfürsten, die Beschränkung der Juden aufs unerbitt-lichste zu überwachen. Diese die Existenz der spanischen Judenbedrohende, vom Concil und dem Papste geheiligte Bulle, die Aus-geburt des bis zum Wahnsinn gesteigerten Hasses, hatte eine ganzandere Wirkung, als die von dem Apostaten Geronimo de Santa Faangeregte Bulle des schismatischen Papstes Benedictus, dessen Autoritätstreitig gewesen war.

Die päpstliche Bulle für Castilien wurde in einigen spanischenStädten bekannt gemacht, darunter auch in Toledo, ohne Zustimmungdes Königs Juan II. Die Fanatiker hatten gewonnenes Spiel, sieerblickten darin die Erfüllung ihrer Wünsche. Das mißleitete Volkbetrachtete dadurch Juden und Mohammedaner als vogelfrei undmachte hier und da thätliche Angriffe auf deren Personen oder Eigen-thum. Kirchlichgläubige Christen meinten, daß sie in Folge derpäpstlichen Verordnung mit Juden keinerlei Geschäftsverkehr eingehendürften. Der christliche Hirte ließ die Heerden der Juden (oderMohammedaner), der Ackersknecht die Ländereien derselben in Stich.Die Verbindungen der Städte unter einander (Hsrmanäaä) machteneinige Statuten zu vollständiger Bedrückung der von der KircheGebrandmarkten. Die Juden wandten sich daher händeringend anden König. De Luna war kurz vorher durch die Ränke seiner Feindein Ungnade gefallen, und der König war rathlos.

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