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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

den Christenglauben anzusehen und sie zum Gegenstand der Concil-Verhandlungen zu machen. Alfonso de Cartagena brachte aber dieJudenfrage auf die Tagesordnung des Concils, nahm dieses, so wieden Papst Eugenius IV. gegen sie ein und setzte eine äußerst feind-liche Bulle gegen sie durch.

Dieser Papst, von der Baseler Kirchenversammlung von Schrittzu Schritt gedemüthigt und seiner Würde entsetzt, hatte durch Verratheiniger Hauptleiter des Concils und durch die Unbeholfenheit derdeutschen Fürsten über das Concil gesiegt. Eugenius war den JudenAnfangs nicht abhold, obwohl er einen beschränkten mönchischenGesichtskreis hatte. Im Beginne seines Pontificats bestätigte er nochdie günstigen Privilegien der Juden, welche sein Vorgänger Martin V.ihnen verliehen hatte (o. S. 127), sagte ihnen seinen Schutz zu, unduntersagte, sie gewaltsam zu taufen und ihnen Leides zuzufügen ^).Dann wurde er, sowie die Kirchenversammlung im judenfeindlichenSinne so sehr bearbeitet, daß er seine Gesinnung änderte. Alfonsode Cartagena hatte dies bewirkt. Er verfocht auf dem Baseler

Concil die Partei des Papstes Eugenius warm und war daher beidiesem eine beliebte Persönlichkeit. Der Papst äußerte sich einst:

Wenn der Bischof von Burgos an unseren Hof käme, müßten wirihm auf dem Petrusstuhle den Platz räumen". Er nannte den

Bischof von jüdischer Abstammungdie Freude Spaniens und dieEhre der Prälaten". Alfonso hatte die weite Reise nach Breslauzum Kaiser Albrecht gemacht, um diesen für die Obedienz des PapstesEugenius zu gewinnen. Was Wunder, daß dieser ihm ebenfalls ge-fällig war? In Folge seiner verleumderischen Klagen über die Ge-fährlichkeit der Juden für Spanien erlangte er vom Papste und derPapst von dem Concil die volle Bestätigung der Bulle des schismatischenPapstes Benedictus XIII. (o. S. 122) in ihrer ganzen Ausdehnung.Der Eingang der Bulle lautet: Es sei ihm zu Ohren gekommen,daß die Juden, die ihnen vom päpstlichen Stuhle bewilligten Privi-legien zum Aergernis der Gläubigen mißbrauchten und viele Schänd-lichkeit und Uebertretung begingen, wodurch die Reinheit des Glaubensbefleckt werde. Er sehe sich also veranlaßt, die Jndulgenzen, die er,sein Vorgänger Martin und andere Päpste ihnen eingeräumt haben,aufzuheben und als null und nichtig zu erklären. Die Bulle wieder-holte dabei sämmtliche gehässige kanonische Beschränkungen und ver-schärfte sie noch mehr. Juden sollten zu keinerlei Amt und Würdenzugelassen werden, auch nicht eine Erbschaft von Christen annchmen,

*) Gemeiner, Regcnsburgischc Chronik III. S. 29.