De Santa Maria.
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Castilien zusammenzufügen und die darniederliegende Geistesthätigkeitwieder aufzurichten versucht hat.
Aber wie viel Hindernisse hatte er zu bekämpfen, um den leiblichenund geistigen Zustand der Gemeinden dieses Königreiches zu heben! Dievielfachen Feinde des Günstlings Alvaro de Luna waren auch seineund seiner Glaubensgenossen Feinde, und dazu gehörten die mächtigenJnfanten, die Söhne des Aragonischen Königs Fernando, die Vetterndes Königs Juan II., welche diesem den Thron streitig machten undihn mehrere Male als Gefangenen behandelten.
Am ingrimmigsten haßte die Sippschaft des heuchlerischen Bischofsvon Burgos de Santa Maria die Juden, ihren Fürsprecher AbrahamBenveniste und ihren Gönner, den Günstling de Luna. Zu dieserSippschaft, de Cartagena genannt, gehörten zwei Brüder und vierSöhne des Apostaten, welche sämmtlich schlau, ränkevoll, gesinnungslosund falsch waren. Sie ließen sich von dem Kanzler zu höheren kirch-lichen, richterlichen oder bürgerlichen Aemtern und Würden befördern,arbeiteten aber heimlich an seinem Sturz. Am Rande des Grabeshatte de Santa Maria in einer Schrift (1434) Gift gegen dieJuden gespien und zu neuen Wuthausbrüchen gereizt. Er sagte indieser Schrift nicht weniger als: Gott habe sich des zwar unwissenden,aber frommen Erzdekans Fernan Martinez in Sevilla, des Urhebersder graußigen Gemetzel, als Werkzeugs bedient, das tapfere Volk gegendie Juden zu stacheln, um an ihnen Jesu vergossenes Blut zu rächen *).Es war sein Herzenswunsch, das blutige Gemetzel von 1391 wieder-holt zu sehen. Aber so lange Alvaro de Luna den König und dieRegierung leitete, unterdrückte er jeden Aufstandsversuch mit starkerHand. Sobald aber dieser durch die Ränke der Jnfanten und ihrerParteigänger — wozu die Familie de Cartagena vor allem ge-hörte — gestürzt war, erhoben diese apostolischen Erzjudenfeinde ihrHaupt. Alvaro de Luna hatte den zweiten Sohn des Paulo deSanta-Maria, welcher nach dem Tode seines Vaters zum Bischofvon Burgos ernannt war, als Vertreter der castilianischen Kirche zumConcil nach Basel beordert. Er war der klügste, thatkräftigste, aberauch verworfenste der Brüder Cartagena. Sobald er den Sturz desgefürchteten Kanzlers erfahren hatte, arbeitete er daran, die Demüthi-gung, ja womöglich die Vernichtung der Anhänger des Judenthumsin Castilien durchzusetzen. Den Mitgliedern des Baseler Concilslagen die eigenthümlichen Verhältnisse der Juden fern, und es wäreihnen nicht in den Sinn gekommen, ihr Dasein als gefährlich für
*) In seinem Lerutininrn Leeiptni-uruiv.
Gr netz, Geschichte der Juden. VIII.
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