Don Alvaro de Luna.
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gelten, oder strebten höher hinauf. Mehr noch als nach der Schlächtereider Juden in Folge des schwarzen Todes in Deutschland, machte sichin Spanien die Unentbehrlichkeit der Juden geltend.
Diese Unentbehrlichkeit erkannte mit richtigem Blicke der Günst-ling des castilianischen Königs Juan II., Namens Don Alvarode Luna, dem der verweichlichte Herrscher die Last der Regierungnach dem Tode seiner Mutter überließ. Er war ein kluger,gewandter, unternehmender Mann, der das Wohl des Staatesund des Königs fest im Auge behielt. Der König hatte ihm diehöchsten Würden übertragen. Aus Bewunderung für diesen in allenKünsten des Friedens und Krieges gewandten Günstling machte er sichvon ihm so abhängig, daß er nicht das Geringste ohne seinen Rath thunmochte. Alvaro de Luna war allmächtiger Regent in Castilien. Ihn:zur Seite stand der Oberhofmeister Furtado de Mendoza. Beidewaren darauf bedacht, der Zerrüttung des Staates, welche währendder Unmündigkeit des Königs durch den gewissenlosen Staatsrath fastbis zur Auflösung der Ordnung um sich gegriffen hatten, zu steuern.Sie zogen dabei den klugen, edlen und thatkräftigen Juden DonAbraham Benveniste zu Rathe, und dieser war dadurch in denStand gesetzt, das Elend seiner Glaubensgenossen zu mildern.Abraham Benveniste (geb. 1390, gest. vor 1456) hatte während derGemetzel und Plünderungen seinen Reichthum behalten und währenddes Abfalls so vieler Tausende die Treue für sein Bekenntniß bewahrt.Sein Einfluß war so groß, daß die Feinde der Günstlinge desKönigs — und sie hatten deren viele und erbitterte — als Grundihrer Feindschaft gegen sie angaben, daß sie von Don AbrahamBenveniste beherrscht würden H. Alvaro de Luna durchbrach den Bann,daß Juden kein, wie auch immer beschaffenes, obrigkeitliches Amt be-kleiden und nicht als Rentmeister ernannt werden sollten. JosephNaßi, ein Mann von großen Reichthümern, erlangte die Pachtder einträglichen Hafenzölle (1427) und ein sonst unbekannterSamuel Al so dar die Pacht der Verzehrungssteuer^). ZurKränkung des alten Scheinheiligen und Feindes seiner ehemaligenBrüder Pablo de Santa Maria und entgegen dem frühemErlasse hatten gebildete Juden wieder wie früher Zutritt zum Hofeund bei den Granden als Aerzte und Rathgeber. Der philosophisch ge-bildete Prediger, Schriftsteller und Polemiker, Joseph Ben-Scheu: tob,verkehrte bei Hofe, und der zu seiner Zeit als ausgezeichneter Arzt be-rühmte Chast in Jbn-Musa hatte Eingang bei Granada. Beidedisputirten in Gegenwart des Königs mit gebildeten Christen über1) ^luuäor III. x. 23. ") Das. p. 82.