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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Inzwischen entbrannte der verheerende Kampf zwischen denwilden Hussiten und den nicht minder barbarischen Katholiken, zwischenden Tschechen und den Deutschen. Allerlei Völkerschaften betheiligtensich an der blutigen Fehde für oder gegen den Gebrauch des Kelchesbeim Abendmahl für die Laien. Der Kaiser Sigismund, der mitden Truppen seiner Erbländer allein mit den Aufständischen nichtfertig werden konnte, rief das Reichsheer unter die Fahnen. WildeLandsknechte, Brabanter und Holländer, ivurden in Sold genommen.Bon allen Seiten zogen bewaffnete Schaaren gegen das Thalkessel-Land Böhmen und die Hauptstadt Prag, wo der blinde Held Ziskaeiner ganzen Welt von Feinden Trotz bot. Auf seinem Zuge zeigtedas deutsche Reichsheer seinen Muth lediglich an den schwachen Juden.Wir ziehen in die Ferne", sprach die Söldnerschaar,um unferngeschmähten Gott zu rächen, und sollten Diejenigen verschonen, welcheihn getötet haben?" Wo sie Juden begegneten, machten sie dieselbennieder, so sie sich nicht bekehren wollten, am Rhein, in Thüringen, inBayern, Das Kreuzheer gegen die Hussiten drohte den Juden, beiseinem Rückzuge nach erfochtenem Siege, sie vom Erdboden zu ver-tilgen. Schon hatten glaubenstreue Familienväter in ihrem Hauseden Befehl ertheilt, auf einen Wink von ihnen, ihre Kinder zuschlachten, damit sie den Wütherichen nicht in die Hand fallen sollten.Von vielen Seiten liefen Klagebriefe ein über die drohende Gefahran den damals frömmsten und angesehensten Rabbiner von MainzJakob b. Mose Möllin Haleoi (gekürzt genannt Llalmril, geb. um1365, gest. 1427 1) von dem die heute noch bestehenden Einrichtungen im Synagogenritus und synagogalen Melodien in vielendeutschen Gemeinden und ihren Colonien, in Polen und Ungarnstammen daß er die Hülfe des Himmels erflehe. Jakob Möllinsandte in Folge dessen Boten an die naheliegenden Gemeinden, mitder Weisung, von dort aus an die immer nächsten zu schicken, einallgemeines Fasten mit inbrünstigen Gebeten zu veranstalten. Diedeutschen Gemeinden versammelten sich zu Trauer- und Bußgebetenund fasteten vier Tage zwischen Neujahr und dem Versöhnungstage(8.11. September 1421), dann nach dem Hüttenfeste drei Tagehinter einander wie an dem strengsten Fasttage. Es war eine Zeitfieberhafter Todesangst für die deutschen Juden. Sie waren in dieLage gekommen, den Himmel für den Sieg der Hussiten anflehen zu

U Bergl. über ihn die Bibliographen und Güdcmann, Geschichte des Er-ziehungswcscns der Juden III. 17, wo die richtige Aussprache des Namensp°nu Möllin bewiesen ist. Maßgebend wurden seine niedergcschricben

von seinem Schüler Saloinon Stein ward.