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Geschichte der Juden.
ingrimmigen Fanatismus. Der ernste, würdige Erzherzog Al brecht,welcher Aussicht auf die deutsche Kaiserkrone hatte, wurde förmlichaufgestachelt gegen „die Feinde Gottes." Märchen auf Märchenwurden erfunden, die nicht einmal die Neuheit für sich hatten, abersich doch stets wirksam erwiesen, gerade einen charakterfesten Fürsten,der keine Einsicht in das Lügengewebe der Judenfeinde hatte, zumAeußersten zu treiben. Drei Christenknaben waren in Wien aufsEis gegangen, eingebrochen und ertrunken. Als die jammerndenEltern sie nicht fanden, warf die Bosheit das Wort hin: die Judenhätten sie erschlagen, um ihr Blut für die nächste Passa-Feier zu ge-brauchen. Dann wurde Einem von ihnen ein noch mehr aufregendesVerbrechen zur Last gelegt. Die Meßnerin von Enns habe aus derKirche eine Hostie entwendet, sie an einen reichen Juden Israel ver-kauft, und dieser habe sie in- und außerhalb Oesterreichs an diejüdischen Gemeinden verschickt. Christenkindermord und Hostien-schändung, diese doppelte Anschuldigung, zog noch im fünfzehntenJahrhundert gar sehr, und ihre Urheber konnten die Wirkung be-rechnen. Auf des Herzogs Befehl wurde die Meßnerin und ihrezwei angeblichen Mitschuldigen oder Verführer, Israel und seine Frau,nach Wien gebracht, verhört und zum Geständniß geführt. Die Ur-kunden verschweigen zwar die Mittel, welche angewendet wurden, umein Geständniß zu erwirken. Aber man kennt das mittelalterlich-christliche Verfahren bei solchen Processen.
Darauf erließ der Erzherzog Albrecht einen Befehl, sämmtlicheJuden seines Landes am frühen Morgen (10. Livvan — 23. Mai14201) ins Gefängniß zu werfen, der auch pünktlich vollstreckt wurde.
*) Die Quellen dafür in österreichischen Chroniken und Urkunden bei Pczund Kurz, zusammengcstcllt in (Wcrthcimers): Juden in Oesterreich S. 98,155 ff. und Wiener Regesten I. S- 293. Xo. 163. Eine jüdische Quelle:Jsscrlcin (Zeitgenosse) irn.n Ussakliu Xo. 241. Wiener berichtigt mit
Recht das Datum 24tcn Mai bei Kurz nach Jsserlein in 23ten Mai.Alfonso de Spina in seinem Oortalitiuin üclei bringt mit der Geschichte derMeßncrin von Enns die Anklage gegen die Juden wegen der drei ertrunkenenChristenknabcn in Wien in Verbindung, giebt auch das richtige Datum 1420für beide Facta an und nennt einen Gewährsmann, nur setzt er beide fälschlichunter die Regierung des Kaisers Friedrich III. (vruäsiitas 7): 8sxtiinaernllslitas cknäasoruin aeeickit oiroa annnrn 1420 in ^Ismania, iwperantsOricksrieo iinpsrators. 1?unv enim in Vienna, eoinpertnin est, guockcknäaei oeoiäsrant tres inlantes Olrristianos, eoinpertnin est stiain, gnoäinnlisr guasckain Ollristiana iinpiissiina vsnäiäit ckuäasis eorpus äonrini-enin. (juars ex xraeesxto iinpsratoris 006 cknciaeornrn Inernut i^oierernati. Haee inilli retnlit vir illaruin partinnr rlrnolckns cts ^Isinania.Das Verbrennen von 300 Juden in Wien läßt Alsonso de Spina ebenso als