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Geschichte der Juden.
zum Christenthum herübergezogen hatte. Nur einen einzigen für dieJuden günstigen Punkt enthielt diese Bulle: daß sie nicht mit Gewaltzur Taufe gezwungen und überhaupt nicht vergewaltigt oder todt-geschlagen werden sollten H — ein charakteristisches Armuthszeugnißfür die Christenheit, daß dergleichen ausdrücklich untersagt werdenmußte. — Die Bulle blieb nicht todter Buchstabe. In Gerona wurdedie einzige Synagoge geschlossen und vermauert").
Augenblicklich hatten die Gehässigkeiten des Papstes Benedictuskeine Wirkung. Während er noch die Juden peinigte, erklärte ihndas Concil von Costnitz für abgesetzt. Da er der Zumuthung von
Seiten des Königs Don Fernando und des deutschen KaisersSigismund, von selbst abzudanken, Halsstarrigkeit entgegensetzte, sosagten sich auch seine spanischen Beschützer von ihm los. Die Pfeile,deren er sich bedient hatte, prallten auf sein eigenes Haupt zurück.Vicente Ferrer's fanatische Predigten entzogen ihm die letzten An-hänger. Der Geißlerprediger ermahnte nicht nur den König vonAragonien, den „entarteten und heuchlerischen Papst" zu verlassen,
sondern predigte überall in den Kirchen und auf den Straßen, daß„ein solcher Mensch wie dieser Papst bis aufs Blut verfolgt und
von jedem rechtgläubigen Christen todtgeschlagen zu werden ver-
diente" 3). Auch der ehemalige Rabbiner Salomo-Paulus von Burgos,den dieser Papst so hoch erhoben hatte, erwies sich undankbar gegenihn und entzog ihm die Gunst des Königs von Aragonien. Dem vonseinen Beschützern, Freunden und selbst seinen Schützlingen verlassenenPedro de Luna blieb von seiner Herrlichkeit nichts weiter, als einekleine Festung Peniscola, worin ihn noch dazu König Fernando auszu-hungern drohte. Der ehrgeizige und halsstarrige Mann bedecktesich noch zuletzt mit Lächerlichkeit, indem er in seiner winzigenResidenz den Papst mit einem Collegium von vier Cardinälen spielteund diese vor seinem Tode beschwor, den in Costnitz gewähltenPapst nicht anzuerkennen, sondern einen aus ihrer Mitte als solchenaufzustellen. Diese wählten nach seinem Ableben anstatt EinesPapstes gar zwei. So war die Unfehlbarkeit der Kirche beschaffen,unter deren Joch man die Juden zwingen wollte. Was aus dem
liehen Angabe des JsaakArama scheint hervorzugchen, daß noch zu seiner Zeit,über ein halbes Jahrhundert später, die Juden Aragoniens gezwungen waren,Predigten anzuhören: nun Uorta IV. 222 2U'u V222 1102 2>un '»202 in.-< 220
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H Der letzte Passus in der augesührten Bulle.
2) Bei Amador III. p. 524 Note.
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