Benedictus judenfeindliche Bulle.
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die aber wegen Hindernisse erst ein halbes Jahr später (11. Mai1415) in einer Bulle von dreizehn Artikeln veröffentlicht wurden H.Es wurde darin den Juden untersagt: den Talmud und die dazugehörigen Schriften zu lesen und darin zu unterrichten. Die Exemplaresollten ausgesucht und vernichtet werden.
Auch die antichristlichen Schriften, von Juden verfaßt, undnamentlich eine Schrift Mar Mar Jesu^) durften unter Strafewegen Gotteslästerung nicht gelesen werden. Jede Gemeinde, groß oderklein, sollte nur eine einzige kleine, dürftig ausgestattete Synagogebesitzen. Die Juden sollten von den Christen abgesondert werden,nicht mit ihnen speisen, baden, Geschäfte machen; nicht einmal ihnenam Sabbat einen geringen Dienst zu leisten, Feuer anzuzünden, Lichtauszulöschen, war gestattet. — Nach dem Vorgang des Gesetzes derKönigin Catalina verbietet die Bulle jede Gerichtsbarkeit der Judenunter einander. Sie sollten kein Amt bekleiden, kein Handwerk ausüben,auch nicht die Arzneikunde betreiben. Das Tragen der Juden-abzeichen von rother oder gelber Farbe schärfte die Bulle des Papstesnachdrücklich ein. Endlich sollten sämmtliche Juden gezwungen werden,dreimal des Jahres christliche Predigten anzuhören, zur Zeit desAdvents, zu Ostern und im Sommer. In der ersten Predigt sollteihnen nach Anleitung aus den Propheten und dem Talmud bewiesenwerden, daß der wahre Messias bereits gekommen sei; in der zweitenPredigt sollte den Juden vor Augen geführt werden, welche Ab-scheulichkeiten und Ketzereien im Talmud enthalten seien (abermalsnach Geronimo's Schrift), und daß er allein an ihrem UnglaubenSchuld sei, und endlich in der dritten ihnen ans Herz gelegt werden,daß der Untergang des jüdischen Tempels und ihre Zerstreuung vondem Stifter des Christenthums prophezeit worden sei. Nach jederPredigt sollte den Juden der Inhalt der Bulle vorgelesen werden.Mit strenger Uebcrwachung der Ausführung der in der Bulle ent-haltenen Feindseligkeiten betraute der Papst den Sohn des ApostatenPaulus, Namens Gonzalo de Santa Marias, den der Vater
H Bei de Castro a. a. O. x. 223 ff., ausführlich in Bartolocci Uilltio-Illesa Uabbmiea T. III. p. 731 ff. und bei Amador II. Oooumsuto8 Xo. XX.aus dem Archiv einer tolcdanischcn Kirche mit einigen unwesentlichen Varianten.
") Diese Schrift, welche in der Bulle a. a. O. (bei Bartolocci p. 734) mitden Worten angeführt wird: ut nuttuo lluäasus cts eavtsro Itbeltum illum,gni apuct oos Nur mar ,1ssn uomtuatur, guigus ii> ecmtumsttam Usctsmp-toris uostrt atllrmatur eompositus, IsZors . . . praesumat — ist weiternicht bekannt. Ob sic identisch ist mit der Schrift iw' niton? Bei Amadorlautet der Titel Na so 11 um statt Marmar Jesus, gewiß ein Schreibfehler.
/urita, Ximateo cts Xrngcm III. U. 12, e. 53. Aus einer gelegent-