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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

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zustimmt, werdet ihr das Gute genießen, so ihr aber widerstrebet, sorafft euch das Schwert hinweg" und ließ hiermit im Hinter-gründe den letztentscheidenden Beweisgrund der Kirche erblicken.Darauf hielt Don Vidal Be nve niste, den die Notabeln zumHauptsprecher erwählt hatten, eine Gegenrede in lateinischer Sprache,worüber ihm der Papst Complimente machte. Don Vidal setzteGeronimo's Bosheit ins Licht, daß er, ehe noch der Beweis füroder gegen geführt ist, mit dem Schwerte und mit Strafe gedroht.Der Papst erkannte den Tadel als richtig an, meinte aber, das seieine Unart, die an Gcronimo noch von seiner Abstammung haftengeblieben sei H. Zuletzt machten sich die Notabeln Muth, die Bittevorzutragen: der Papst möge sie überhaupt von der Disputationentbinden. Sie machten als Grund geltend, daß ihr Gegner sich derscholastischen Methode der Beweisführung bediente, worin sie ihmnicht folgen könnten, da ihr Glaube nicht auf Syllogismen, sondernauf Ueberlieferung beruhe. Natürlich ging der Papst nicht daraufein, sondern lud sie auf den andern Tag zur Fortsetzung ein undließ sie von hochstehenden Personen nach ihren Wohnungen geleiten.

Mit bangen Gefühlen im Herzen begaben sich die jüdischenNotabeln und die ganze Gemeinde von Tortosa noch an demselbenTage in die Synagoge und flehten denjenigen um Hilfe an, derihren Vorfahren so oft in Nöthen beigestanden, daß er ihnen dasrechte Wort auf die Zunge lege, damit sie nicht durch eine entfahreneAeußerung die Löwen, die mit ihren Nachen nach ihnen schnauben,reizen. Serachja Halevi Saladin gab in einer Predigt die trübeStimmung der zum Gebete Versammelten wieder.

Die Disputation behielt Anfangs einen freundlichen Charakter.Geronimo zog verschollene Stellen aus dem Talmud und andernjüdischen Schriften heran, um das Unglaublichste zu beweisen: daßder Talmud selbst Jesu Messianität gewissermaßen bezeuge. DerPapst führte oft dabei den Vorsitz. Aber bei dieser Beschäftigungquälten ihn drückende Sorgen um die Behauptung seiner Würde,weil die Fürsten das Concil zu Costnitz ausgeschrieben hatten, welchessich zuni höchsten Gerichtshof über die drei Päpste erhob. Bcnedictusmußte daher öfter abwesend sein, um mit seinen Freunden Berathungzu halten. In seiner Abwesenheit präsidirte der General der Domini-kaner oder der Magister des päpstlichen Palastes. Die Beweise,welche Geronimo für seine Behauptung aufstellte, waren zu abge-schmackt, als daß es den Notabeln hätte schwer werden können, sie

0 Bonastrüc's Sendschreiben in Sellebot üsliuän p. 69.