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Geschichte der Juden.
So seraphisch auch sein Thun war, so wollte Vicente Ferrerdoch Gewaltmittel zur Bekehrung der Juden angemendet wissen.Er drang bei den Machthabern Spaniens darauf, daß die Judenstreng von den Christen geschieden werden, weil ihr Verkehr untereinander und besonders mit den Neuchristen dem Glauben zumSchaden gereiche ^). Er fand nur allzusehr Gehör. Durch ihn unddie beiden andern Judenbekehrer entstanden so unsägliche Leiden fürdie spanischen Juden, daß die Jahre (1412—4414) zu den traurigsten,der leidensreichen jüdischen Geschichte zählen. — Eine kurze Zeitnach Ferrer's Erscheinen am christlichen Hofe erließen die NegentinDonna Catalina, der Jnfant Don Fernando und dazu der ApostatPaulus Burgensis de Santa Maria im Namen des königlichenKindes Juan II. ein Edikt von vier und zwanzig Artikeln (12. Januar1412), welche zum Zwecke hatten, die Juden verarmen zu machen,sie zu demüthigen und sie zur verachtetsten Stufe der Gesellschaft zuerniedrigen. Sie sollten nur in eigenen Judenquartieren (ckuäsrias)wohnen, welche lediglich eine einzige Eingangs- und Ausgangspfortehaben dürften. Jede Uebertretung zog Verlust des Eigenthums undnoch dazu körperliche Züchtigung nach sich. Sie sollten keinerlei
Handwerk treiben, auch nicht die Arzneikunst ausüben und überhaupt
I-sz» sin krayos, ollainauäo a os äuäsos sin alias s tswsrosas vosss,qus SS viessm reeoillsr äsöaixo a sru 2 ; vcrgl. Note 1 daß diese Erzählungvon Profiat Duran, einem Zeitgenossen stammt.
i) illvar darsia äs 8auta Naria (ein Sohn des Paulus Burgensis) inder Ollroräsa äs äriav II. gesammelt von Ferrari Pcrcz de Guzmann,Valencia 1779 p. 109 bei Amador II. p. 490. Heber Vicente Ferrer (nichtFcrricr) vcrgl. die Monographie: Heller, Vicentius Ferrer nach seinem Lebenund Wirken, Berlin 1830. Amador führt an mehreren Stellen als Thatsachean, daß Vicente Ferrer bei dem Gemetzel von Valencia beschwichtigend undrettend ausgetreten sei. Er nennt als Quelle dafür das Lrsviario äsValsoeia (a. a. O. x. 367). Dagegen bemerkt Francisco Danvila, daß erkeine Spur zum Beleg für diese Thatsache gefunden habe (Lolstin äs 1alleai Hsnäsuria äs In lristoria, 1886 in der Erzählung vom Gemetzel inValencia). Amadors Schwiegersohn Fernandcz y Gonzalez hat zwar eineQuelle dafür zu finden geglaubt, nämlich in der lristoria äs 1a viäa äs 8airViesuts k'srrsr. Allein dieser Bericht von Diago stammt vom Jahre 1600und ist keine glaubwürdige historische Quelle. Nr. Isidor Loeb bemerkte mitRecht, daß Diago diese Thatsache in Joseph Kohens Bericht über Ferrer hcr-ausgelesen und falsch hcrausgelcscn hat (Rsvus äss Ilt. 1886, p. 245). Ferrerhat die Judenbckehrung keineswegs als sanfter Johannes bewirkt, sondern alsEngel der Apokalypse, — wie ihn Amador einmal richtig bezeichnet — mitdem Schwerte. So rcferirt Imis äs Aurtaäo äs iVIsnäorm, daß Ferrer dieSynagoge in Toledo mit bewaffneter Hand — sou mano armaäa — ineine Kirche verwandelt hat.