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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

volle und milde Fürst, der sich durch eine Verschwörung gegen seinenVorgänger, den Trunkenbold Wenzel, die deutsche Kaiserkrone ver-schafft hatte die eigentlich eine Dornenkrone war büßte seineAuflehnung gegen die Majestät des Herkommens dadurch, daß ihndie Hälfte Deutschlands nicht anerkannte, und daß seine Anhängerselbst sich gegen ihn verschworen. Gegen die Juden war er nichtbesonders milde, wenn auch nicht ein Wütherich wie sein Vorgänger.Auch er betrachtete nicht blos das Vermögen, sondern auch die Personender jüdischen Kammerknechte als sein Eigenthum, bestätigte einerseitsden ungerechten Erlaß Wenzels, bezüglich der Schuldentilgung, undertheilte andererseits mehreren Gemeinden Freiheitsbriefe, je nachdemes sein augenblicklicher Vortheil erheischte. Da sich viele Fürsten undStädte gegen ihn auflehnten, oder ihn nicht anerkennen mochten, dieJudensteuern unter dem Namengüldner Opferpfennig" und andernTiteln nicht einliefen, so ernannte er, ohne Beispiel in Deutschland,,zwei Juden zu Einnehmern H: zuerst Elia von Mainz und Isaakvon Oppenheim und um zwei Jahre später Meyer von Kronen-berg (Ende 1403) in der Hoffnung, daß Stamm- und Religions-genossen, die ihren Nutzen dabei haben würden, besser im Standesein dürften, seine Einnahmequellen flüssig zu machen. Das Mittel,dessen sich die jüdischen Einnehmer bedienen sollten, um den Wider-stand der einzelnen Juden und der sie unterstützenden Fürsten undstädtischen Obrigkeiten zu brechen, war der Bann. Die Widerspenstigenund Zahlungssäumigen sollten aus der Gemeinschaft ausgeschlossenwerden. Dazu bedurfte es aber , der Zustimmung der Rabbinen, daohne sie der Bann nicht verhängt werden durfte. Weil aber diesesich eben nicht immer so willfährig zeigten, des Kaisers Interessen imWiderspruch mit der Landesbehörde zu unterstützen, so kam Ruprechtauf den Plan, ein deutsches Oberrabbinat zu schaffen (3. Mai 1407).Der Oberrabbiner oderHochmeister über alle Rabbinen, Judenund Jüdinnen des deutschen Reiches" sollte durch Bannsprüche, Vor-ladungen und andere Mittel für Wahrung der kaiserlichen Rechte anseine Kammerknechte und namentlich für die Judensteuern Sorgetragen. Kaiser Ruprecht übertrug diese Würde oder Bürde demRabbinen Israel (wahrscheinlich von Krems, der Zusätze undGlossen zu Ascheri's Hauptwerk gemacht). Der Kaiser ertheilte diesemIsrael das Zcugniß,daß er ein bewährter und alter Meister injüdischer Wissenschaft war und in der Judenheit einen guten Leumundhatte, daß er keinem Juden je Unrecht gethan, sondern, ein gelehrter

') Vcrgl. den Auszug der Urkunden von Ruprecht bei Wiener, Regesten I.S. 53 ff.