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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

sondern noch von seinem Vermögen an Mohammedaner und Juden ohneUnterschied spendete, war ihm dazu behilflich H. Im Namen des Königswurde den Rabbinen untersagt, ohne Erlaubniß des GroßrabbinenBen-Scheschet weder religiöse, noch richterliche Funktionen auszuüben.Wie in Spanien, so wurde er auch in Algier mit Anfragen zur letzt-giltigen Entscheidung bestürmt ?). Auch hier wirkte er mit religiöserGewissenhaftigkeit und Unparteilichkeit, um Unrecht abzuwenden. Esgab in seiner Gemeinde ein boshaftes Mitglied von großem Einflüssebei den Behörden; dieses wollte die immer mehr zunehmende Ein-wanderung der Marranen aus Eigennutz Hintertreiben. Der Eng-herzige wußte den Kadi zu überreden, sich von jedem eingewandertenJuden eine Dublone zahlen zu lassen. Als aber auch dieses Mittelnicht verschlug, und trotzdem Schaaren von Flüchtlingen ankamen,stachelte derselbe den Eigennutz der Gemeinden auf, sich dem Zuwachsvon Glaubensgenossen zu widersetzen. Fünf und fünfzig zum Judenthumzurückgetretene Neuchristen aus Valencia, Barcelona und Mallorcaharrten im Hafen von Algier, um zugelassen zu werden, und sie wurdenvon den Juden selbst abgewiesen, was so viel bedeutete, als sie denchristlichen Henkern ausliefern. Eine solche Lieblosigkeit und Unge-rechtigkeit konnte der Großrabbiner nicht dulden! Ec legte die herz-losen Juden, welche sich der Aufnahme der Scheinchristen widersetzthatten, in den Bann, und diese Ausschließung aus der Gemeinde istwohl für keine gerechtere Sache verhängt worden. Die Gegnermachten zwar Anstrengung, die über sie verhängte Strafe zu ver-eiteln; aber durch das energische Auftreten Ben-Scheschets gabensich seine Anhänger Astrüc Kohen und dessen Bruder Mühe, denharrenden Marranen die gewünschte Aufnahme zu verschaffen ^). InAfrika wirkte Ben-Scheschet Barfat viele Jahre zum Wohls seinerGlaubensgenossen und zur Hebung von Religion und Sittlichkeit. Ererhielt aber einen heftigen Gegner an einem jüngern Rabbinen,welcher aus Mallorca ebenfalls dahin eingewandert und ein bedeutenderTalmudkundiger war, an Simon b. Zein ach DuranH, und seinAlter wurde dadurch verbittert; er soll in seiner Gemeinde bis zuseinem Ableben unbeliebt gewesen sein ^).

Nach Ben-Scheschet's Tode wurde dieser Simon Duran (geb. 1361,gest. 1444 o), welcher dem Gemetzel in Palma entkommen war, zu

r) Rsspp. Isaak b. Scheschet No. 60.

2) Das. No. 5, 52, 60. -) Vcrgl. das. No. 60.

H Das. No. 61. Das. No. 60, 101.

°) Sein Geburtsjahr giebt er öfter in mehreren seiner Werke an, seinTodesjahr geben die approbirendcn Rabbinen in dem langen Vorworte zur