Die afrikanischen Juden.
99
prahlerisches Sendschreiben an sämmtliche Rabbinen Israels erlassen,daß er im Stande sei, alle Zweifel zu lösen, alle Dunkelheit zulichten i).
Wie zur Zeit der westgothischen Verfolgung der Juden, welchevon den Königen und der Geistlichkeit ausgegangen war, der Spaniengegenüberliegende berberisch-afrikanische Küstenstrich eine Zufluchtsstättefür die Verfolgten bildete, ebenso bei der Wiederholung ähnlicherScenen, die zwar nicht mehr von den Königen, aber von einem nochstrengeren Tyrannen, dem irregeleiteten Volke, herbeigeführt wurde. Dienordafrikanischen Städte Algier, Bugia, Constantine, Miliana,Oran, Ten es, Tlemsen und andere wurden von den Judenbevölkert, welche dem Gemetzel von 1391 entkommen waren, undauch von den Neuchristen, welche das ihnen verhaßte, aufgezwungenechristliche Bekenntnis; los werden wollten. Fast täglich kamen neue
Züge von allen Theilen Spaniens und Mallorca's dort an. DieFlüchtlinge verpflanzten ihre Neichthümer, ihren Gewerbfleiß, ihreHandelsverbindungen und ihre Intelligenz dorthin.. Die mohamme-danischen Berberfürsten, duldsamer und menschlicher als die Christen,nahmen die flüchtigen Juden ohne Einzugsgebühren auf. Anfangsbeschwerte sich zwar die mohammedanische Bevölkerung über diesenZuwachs, weil sie dadurch eine Vertheuerung der Lebensmittelbefürchtete. Als ihr aber ein einsichtsvoller Bey ihre Engherzigkeitund Kleingläubigkeit zu Gemüthe führte, beruhigte sie sich und legteder Einwanderung der Juden kein Hinderniß in den Weg^). Diekleinen berberischen Gemeinden, welche sich nach dem Aufhören deralmohadischen Intoleranz seit einem Jahrhundert gebildet hatten,erhielten durch den Zuzug größere Bedeutung. Die aus SpanienEingewanderten führten das Regiment in den Gemeinden.
Der angesehenste Rabbiner Isaak Ben-Scheschet-Barfat,welcher der Verfolgung entgangen war und sich zuerst in Miliana undzuletzt in Algier ansiedelte, wurde vom König von Tlemsen als Ober-rabbiner und Richter 3) über sämmtliche Gemeinden anerkannt. Einerseiner Verehrer, Saul Astrüc Cohen, ein beliebter Arzt, der über-haupt viele Verdienste hatte, seine Kunst nicht nur unentgeltlich ausübte,
*) Bergt. Note 2, Monatsschr., Jahrg. 1879 S. 75 fg. und die interessanteNotiz im Diwan Bonfcds Katalog, dls. Loälsiann 1984 p. 673 klein dio. 40::ne>nna ^>nnni enjan 'vnn an?« na-v nne'x n'nnn nv'nn
'vanb .nin 7 i nsiLb ninninn noa bx avnn NL-2 nnn
N ann: 7 ": n>nn2 N ann na 2'ainn rni . nnnLnN .-na'nnn nxi nnann »n^v
1 NN 2 V nin Ni^e-pn Herr Neubauer sollte diese Piece veröffentlichen.
2) Isaak b. Schcschct llespp. Ao. 66.
b) Das. verglichen mit lisspp. Simon b. Zemach Duran (p-vn) I. No. 158.
7 »